Wise Pilgrim Guides

Ich muß mal etwas Werbung machen: Pilgerführer für die Jakobswege gibt es (in Englisch) viele, „der Brierley“ hat mich 2015 begleitet und der Mini-Guide „Sarria – Santiago – Finisterre“ vom selben Autor wird im kommenden Sommer mit im Rucksack sein.

Gut haben mir die für Android wie iOS verfügbaren Apps vom „Wise Pilgrim“, die „Wise Pilgrim Guides“ gefallen. Schön finde ich die Übersichtlichkeit, die die Betonung auf Text und Symbole statt auf Fotos legt. Zusätzlich gibt es noch eine Online-Map-Funktion, die natürlich nur auf dem Camino verfügbar ist, wenn man die Datenverbindung aktiviert.

Und bald soll es den Wise Pilgrim Guide für den Camino Francés auch als gedrucktes Buch geben. Der Autor, Michael Matynka, hat eine Crowdfunding-Kampagne bei IndieGoGo erstellt, allerdings mit der Besonderheit, daß das Buch auf jeden Fall und unabhängig vom Ausgang der Kampagne gedruckt wird.

Und da mir die Guide Apps so gut gefallen, möchte ich an dieser Stelle einfach mal auf die Printversion verweisen, die es ab Mai 2017 geben soll.

Pilgern: Das Ziel und der Weg sind eins | Mystik aktuell

Lesenswerter Artikel über das Pilgern im Mystik-Aktuell-Blog. Komisch ist allerdings, daß Jerusalem nicht beim Christentum, dafür aber beim Islam und Judentum gelistet ist.

Fremdlinge oder Romwallfahrer nannte man sie, peregrinus oder pelegrinus. Seit dem 2. Jahrhundert pilgerten Menschen zu den Gräbern der frühchristlichen Apostel. Doch zuvor bereisten bereits Griech…

Quelle: Pilgern: Das Ziel und der Weg sind eins | Mystik aktuell

Abenteurer Spiritualität (2)

buch003Auch vom Tonfall her anders ist ein weiteres Buch über diese Pyrenäenregion: „Im Zeichen des Grals – Erlebnisse in Nordspanien und den Pyrenäen“ von Oliver Ritter. Der Autor, den ich vorher von seinen Arbeiten über Geschlechteridentität und -rollen her kannte (Magische Männlichkeit / Mysterium Weib), nimmt den Leser hier mit auf eine Reise zu den Gralsmythen – bei denen es, wie auch bei Terhart, ebenfalls um die Katharer geht. Ritter startete seine achtwöchige Reise auf dem nordöstlichen Teil des Jakobsweges (konkret in Roncesvalles, dem Endpunkt der ersten Etappe für die Pilger, die vom südfranzösischen St.-Jean-Pied-de-Port gestartet sind), von wo er sich mit einigen Abstechern in Richtung Norden weiterbewegt, über die Pyrenäen hinweg. Der Klappentext verspricht: „In diesem Buch verschränkt sich die Darstellung der Mysterienstätten mit Meditationen, kulturellen Betrachtungen, Schilderungen von Bergabenteuern und der Begegnung mit ungewöhnlichen Menschen.“ Weiterlesen

Abenteuer Spiritualität (1)

„Spirituelle Reiseführer“, die die „lange geheimgehaltenen“ heiligen Orte nun dem Massentourismus zugänglich machen wollen, gibt es viele. Hierüber möchte ich aber nicht schreiben, sondern vier Reiseberichte vorstellen, die nicht immer mit konkreten Ortsangaben prahlen und somit eine Mischung sind aus Erlebnisbericht und Einladung, die Region(en) selbst einmal zu besuchen. Andererseits geht es auch um wohlbekannte Orte, die nicht von Geheimhaltung, sondern der Energie von Tausenden von Besuchern „leben“.

buch004Als erstes ist da Franjo Terharts „Unentdeckte Pyrenäen – Auf alten Schäferpfaden durch das Land der Katharer“, das ich durch den eBay-Filter „Katharer“ gefunden habe. Terhart war mir als Autor von Kinder- bzw. Jugendbüchern bekannt, hier lese ich nun, daß sein Interesse auch „west-östlicher Mystik“ und dem keltischen Kulturraum gilt. Das vorliegende Buch befaßt sich mit dem südfranzösischen Raum mit Perpignan im Osten und dem Königreich Andorra im Westen. Im Norden findet sich auf der Karte vorne im Buch Carcassonne. Der Autor lernte diese Region durch einen Bekannten kennen, der sich südlich dieser bekannten Stadt im Tal der Aude ein Ferienhaus gekauft hat – abseits der Touristenströme im „Land der Katharer“. Hier trifft er Jean Maury, der angibt, aus einer alten Schäferfamilie zu stammen. Die Schäfer, die ihre Herden hoch in die Vorhügel der Pyrenäen führen, kennen die alten Wege und bewahren (im doppelten Wortsinn) somit auch Traditionen. Maury gibt z.B. an, den Fluchtweg der vier legendären Katharer zu kennen, die aus der belagerten Burg Montségur im Jahre 1244 entkommen sein sollen.  Weiterlesen

Neue Heimatfilme und Bilanz 2016

Am Ende dieses Jahres 2016 bin ich mehr als in anderen, früheren Jahren damit beschäftigt, Bilanz zu ziehen und „mein 2017“ zu planen. Insbesondere nach dem tollen, tiefen Erlebnis Jakobsweg im September und Oktober 2015 waren die Erwartungen an ein „ganz anders verlaufendes“ 2016 hoch. Sie wurden nicht erfüllt, nein, halt, sagen wir: ich habe sie nicht erfüllen können. Wir sprechen über Versagen und keine esoterischen Kräfte, die Zukunft gestalten.
Ich weiß für mich, daß 2017 anders werden muß, wenn ich für mich über Lebensqualität sprechen will. Es sind durchaus „schwere Brocken“, die da im Weg liegen, die ich mir zum Teil selbst in den Weg gelegt habe. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein Aspekt, der mir 2017 wichtig sein soll, ist die Re-Fokussierung auf dieses Blog. Daher habe ich zwischenzeitlich eine andere Webseite, die ich betrieben habe, abgeschaltet und die Seite mit den neuen Heimatfilmen (wieder) nach hier übernommen. Sie ist in Überarbeitung – und da ist wirklich noch einiges an Stunden hineinzustecken, aber der letzte Bearbeitungsstand vom Frühsommer ist bereits jetzt einsehbar.

Warum war hier so wenig los in der letzten Zeit? Das hat sicher mehrere Gründe, aber einer ragt ganz prominent heraus: Ich hänge (hing) emotional an meinem Mittelwächter-Blog in seiner ganzen Themenvielfalt, wie sie über viele Jahre gewachsen war. Zwar habe ich nach dessen Löschung die lebensreform-relevanten Inhalte nach hier übernommen, aber irgendwie ist das hier immer noch mehr „Planungsbrett“ als destillierte Erlebnisse. Dann ist es so, daß ich meinen eigenen Ansprüchen, mein Leben (in Teilbereichen) lebensreformerisch zu gestalten, nicht gerecht geworden bin, so daß ich eben auch nicht motiviert war, hier weiterzuarbeiten. Das soll sich ändern. Ich verspreche mir viel von einem geplanten kleinen Arbeitsplatz im Wohnzimmer (neben meinem Bücherregal), der konzentriertes Arbeiten abseits vom sterilen Büro erlauben soll.

So, das muß reichen: ich wünsche Dir als Leser ein gutes neues Jahr und vor allem am Ende und im Rückblick dieses sanfte Lächeln im Gesicht, wenn „alles gut war, wie es gekommen ist“.

FKK auf Fuerteventura

Strand bei El Cotillo, Westküste

Strand bei El Cotillo, Westküste

Anläßlich eines schönen Kurzurlaubs auf der Kanareninsel Fuerteventura möchte ich kurz auf das Thema FKK / Naturismus dort eingehen.

Der Merian-Reiseführer von Izabella Gawin konstatiert kurz: FKK ist verboten, aber Nacktbaden werde toleriert. Verboten ist die Freikörperkultur (im Sinne eines Grundrechtes, sich überall nackt aufhalten zu dürfen), nachdem Spaniens oberstes Gericht die Klage des spanischen Nudistenverbandes abgewiesen hat: es gebe kein Grundrecht auf Nacktbaden. Das bezieht sich aber wohl nur auf einen konkreten Rechtsstreit, in dem die katalonische Kommune Castell-Platja d’Aro Recht bekommen hat und nun an bestimmten Strandabschnitten bis zu 300€ kassieren kann, wenn jemand nackt badet.  Weiterlesen

SEHEPUNKTE – Rezension von: Europa um 1900/Europa um 2000 – Ausgabe 16 (2016), Nr. 11

Für Sehepunkte wurde das Buch „Europa um 1900 / Europa um 2000“ rezensiert. Auch wenn das Thema Lebensreform wohl keine Rolle spielt, könnte der eine oder andere Interessierte doch Nutzen aus dem Buch ziehen.

Rezension über Hein Hoebink (Hg.): Europa um 1900/Europa um 2000, Düsseldorf: düsseldorf university press 2015, 335 S., ISBN 978-3-95758-004-7, EUR 39,80

Quelle: SEHEPUNKTE – Rezension von: Europa um 1900/Europa um 2000 – Ausgabe 16 (2016), Nr. 11

Ein Neuzugang

kochManchmal, da packt es mich, da muß ich quasi „zuschlagen“, wenn ein Antiquariat ein von mir gesuchtes Buch unter dem üblichen Preis anbietet. Überwindung kostet mich das dann, wenn das Buch trotzdem noch recht teuer ist. So ist es mir jetzt mit „Nacktheit, Körperkultur und Erziehung“ von Adolf Koch ergangen, das meist zwischen 70 und 90€ gehandelt wird, aber nun für 60€ in mein Bücherregal gewandert ist. Viel Geld, insbesondere wenn ich überlege, wem ich diese Bibliothek einmal „vermachen“ könnte, denn ich kann bei meinen Jungs keine Disposition inhaltlicher Art – und auch was Lesen allgemein angeht – feststellen. Na ja, kommt Zeit, kommt eine Entscheidung. 🙂

Adolf Koch war ein Vorreiter der Freikörperkultur und Nacktgymnastik sozialistischer Prägung, er gab die Zeitschrift „Wir sind nackt und nennen uns Du“ heraus. Koch hatte beachtliches Stehvermögen: die Nationalsozialisten schlossen seine Institute, auch weil er sich weigerte, jüdische Mitarbeiter zu entlassen. Nach dem Krieg warb er wieder offensiv für seine Vision einer Körperschulung, bis ihn der Deutsche Verband für Freikörperkultur 1964 ausschloß, dem die Werbung Kochs und seiner Frau Irmgard zu weit ging.