Das sündige Fleisch reloaded (K. Starke)

Gregor Gysi hatte sich bei seinem Sommerloch-Thema „FKK“ auch auf den Sexualwissenschaftler Kurt Starke berufen. Der führt nun in einem Artikel für das Neue Deutschland aus, daß es natürlich nicht nur der „Pornoblick“ der „Westmänner“ sei, der zum Rückgang des nackten Badens geführt habe.

Nacktsein sei an sich nicht erotisch, „Erregung“ stelle sich z.B. durch Fantasie ein. Toll der Satz: „Wer FKK als Stripteaseersatz betrachtet, versteht von beidem nichts oder kann Nacktheit nur anmacherisch denken.“

Der nackte Körper werde in der Marktwirtschaft ausgebeutet; Nacktheit werde „tabuisiert und gleichzeitig zur Ware“. Nacktheit werde – in verkürzter Zusammenfassung des lesenswerten Artikels – „quasi-pornographisch“.

Auch spannend: „Indem der nackte Körper in heute typischer Weise sexualisiert wird, wird die alte, religiöse Stigmatisierung des sündigen Fleisches reloadet.“

Alles gibt es hier zu lesen.

Der pornographische Blick…

Trotz Regenwetter Sommerloch… Diese Woche ging es durch die Presse: Gregor Gysi bedauert das „Verschwinden der FKK“ in Deutschland. Nachlesbar u.a. beim MDR: mit Verweis auf ein Interview, das Gysi dem … Playboy gegeben hat. Und gegenüber diesem Magazin meint Gysi, daß die „Westmänner teilweise mit einem pornografischen Blick kämen“, so daß die Frau sich nicht wohlfühlen würde. Die DDR sei in dieser Hinsicht weiter als der Westen gewesen.
(Witzig ist ja, gegenüber dem Playboy den pornographischen Blick zu beanstanden…)
Als zweiten Grund führt Gysi die Hotelkonzerne an, die nur zu Investitionen bereit gewesen seien, wenn die Nackten „verschwänden“. Gysi bescheinigt der FKK „Niveau“ und daß sie „nicht wirklich erotisch“ gewesen sei.

Die Morgenpost greift das Thema auf und verweist auf Prof. Konrad Weller (Hochschule Merseburg) und dessen Forschungen. Dieser habe bereits 1990 eine Umfrage unter Jugendlichen der ehemaligen DDR gemacht, bei der nur 15% angaben, mit „FKK nichts am Hut zu haben“.
Zitat: „Ein knappes Vierteljahrhundert später wiederholte die Hochschule die Befragung unter Heranwachsenden. Inzwischen haben sich die Ansichten komplett gedreht. Die meisten Jugendlichen sagen mittlerweile, es sei für sie absolut undenkbar, sich an einen Nacktbadestrand zu legen.“  Der pornographische Blick… weiterlesen

Sich frei machen, um frei zu leben

Der Tagesspiegel mit einem guten Artikel zur Geschichte der Lebensreform.

Ihren Anführer verspottete man als Kohlrabijünger und Barfußprophet: Auf dem Monte Verità begann um 1900 die Lebensreformbewegung. Heute feiern ihre Ideen eine Renaissance.

Quelle: Sich frei machen, um frei zu leben

Homeschooling – Der andere Weg zur Bildung – 3sat.Mediathek

Lernen ohne Schule: Schätzungsweise 700 bis 1000 Kinder in der Schweiz besuchen keine Schule und werden trotzdem zu lebenstüchtigen jungen Erwachsenen. «DOK» porträtiert Familien, die ihre Kinder ohne Schule aufwachsen lassen.

Quelle: Homeschooling – Der andere Weg zur Bildung – 3sat.Mediathek