„Esosifizierung“

Jan-Philipp Hein in der SVZ über die große „Esosifizierung“ der Gesellschaft, den von ihm so wahrgenommenen, zunehmenden Glauben an die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden, aufgezogen am Shitstorm gegen die TKK bzgl. Homöopathie. Weiter geht es um „Superfood“ und das gerade zur Fastenzeit gern diskutierte „Entschlacken“ des Körpers, das es vermutlich nicht gibt, auch wenn es sich so schön anhört. 

Hein warnt: man solle das nicht belächeln, denn die Leute, die daran glauben, haben mit dem Rest eines gemeinsam: das Wahlrecht.
Wie meint er das? Würde der Benutzer des veganen Duschgels Trump wählen? Und der, der an die Entschlackung beim Fasten glaubt, würde der AfD wählen? Ich merke, daß ich in der typischen Stoßrichtung der postfaktischen Presse nicht weiterkomme, kann nicht glauben, daß Hein meinen könnte, wer so etwas befürwortet, wählt Grün und Grün sei „schlimm“.

Letztlich meine ich,  keine spezielle politische Richtung ist gemeint, der Artikel zielt eher darauf, daß Menschen, die Hokospokus glauben, auch bei wichtigen Lebensfragen (wen wähle ich?) nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. Also: harte Realpolitik macht (will) nur der, der seine Kinder ab Geburt impfen läßt und bei jedem kleinen Schnupen sofort Antibiotika schluckt, weil die Wirksamkeit ja wissenschaftlich erwiesen ist. Will ich von diesen Menschen „regiert“ werden?
Na ja, die Verknüpfung des Esotrends mit der Wahlberechtigung bleibt nicht so ganz schlüssig.

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