FKK in der DDR (Buch)

buch21Das „Sommer Sonne Nackedeis“ untertitelte Buch aus dem Eulenspiegel-Verlag (Berlin, 2. A., 2008) will ein Porträt der Freikörperkultur in der ehemaligen DDR geben. Dazu hatte der Herausgeber Thomas Kupfermann auch in der BILD-Zeitung einen Aufruf geschaltet, FKK-Bilder aus der Zeit des Bestehens der DDR für das Buch zur Verfügung zu stellen. Es besteht, wie zu erwarten, aus einer Unmenge von Fotos, die v.a. das Strandleben dokumentieren; die meisten davon sind in schwarzweiß. Die eingestreuten, kurzen Texte thematisieren u.a. das ursprüngliche FKK-Verbot von 1954, das bereits 1956 in der ‚Anordnung zur Regelung des Freibadewesens‘ aufgehoben wurde. Weiterhin wird der Zingster Maler Kurt Klamann kurz vorgestellt (Bilder auf zwei Doppelseiten); interessant ist auch die „Mini-Studie“ zur FKK von 1966.

Ein solches Buch kommt (zwangsläufig?) nicht ohne ein bißchen „Ostalgie“ aus, so nach dem Motto: Früher war alles besser, wir haben uns – trotz ‚real existierendem Sozialismus‘ (oder gerade deswegen?) – gut eingerichtet, die prüden Wessis haben uns die FKK versaut. So auch Mathias Wedel in seinem süffisanten Beitrag ‚Das Telegramm‘: „Denn was richtige Freiheit ist, das haben wir erst nach der Befreiung von der sozialistischen Urlaubsdiktatur erfahren: 14 Tage Hotelanlage in Tunesien ist fast wie Moabit, nur wärmer und mit Pool.“

Das 160 Seiten umfassende Buch ist ansprechend gestaltet und bietet eine kurzweilige Einführung in das nackte Badeleben im „zweiten deutschen Staat“.
Und nicht vergessen: „Auch die Dauerwelle hielt – dank VEB Chemie, Berlin.“

2 Gedanken zu „FKK in der DDR (Buch)“

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