Katharer

Ich kann nicht mehr genau sagen, wie genau ich Anfang 2013 zu den Katharer (wieder zu den Katharer) kam, aber plötzlich war das Thema da – mitsamt einem ‚revival‘ des Themenbereichs Gnosis / Mystik und einer (Rück-)Annäherung an das Christentum.
Hier mein damaliger (2016 überarbeiteter) Artikel:  Am Abend beschäftigte ich mich mit den Katharern, indem ich zunächst versuchte, aus meinem Buchbestand dazu etwas herauszufinden. Das war jedoch nicht so viel, vielleicht noch am besten der Artikel von Karlheinz Weissmann in seinem Buch „Mythen und Symbole“ über den „Gral in den Pyrenäen – Otto Rahn und der Neo-Katharismus“. Zu Otto Rahn findet sich auch etwas in Rüdiger Sünners „Schwarzer Sonne“.
Da ich nicht mehr finden konnte, suchte ich im Internet und fand hier gute Basisinfos z.B. in der (französischen) Wikipedia. Und so stieß ich auf den Namen „Montaillou„, der mir wieder das Buch in Erinnerung rief, das ich mir in der ersten Hälfte der 80er aus einem nicht ganz nachvollziehbaren Interesse heraus gekauft hatte. Montaillou ist ein Dorf in Südfrankreich und wurde berühmt durch die Inquisitionsprotokolle die ab 1294 von den Bewohnern angefertigt wurden, weil im Dorf Katholiken und Katharer lebten. Emmanuel Le Roy Ladurie hat diese Quellen zu einem Portrait des Dorfes verarbeitet – und genau das mußte ich seinerzeit unbedingt haben, weil mich die Beschreibung faszinierte. Gelesen habe ich darin nur ausschnittweise, und die Sache mit den Katharern hatte ich komplett vergessen. Aber es ist doch interessant, wie sich solche Themen wiederholen und daß mich das Thema und Wort Montaillou heute wieder „einholt“.
Letztlich lud ich mir Leseproben von zwei Kindle-Büchern herunter, aber ich müßte doch eines der Standardwerke kaufen, um einen besseren Einblick zu bekommen.

Interessant ist für mich dabei die auf dem Dualismus Gut – Böse aufbauende Religion. Die Welt sei vom Teufel erschaffen worden, sei quasi böse, während nur die Seele göttlich ist. Es gab wohl die Vorstellung von Wiedergeburt, aber auch von einem Ende der Wiedergeburten. Unterschieden wurde zwischen den einfachen Gläubigen, den croyants, und den Ordinierten perfecti bzw. parfaits. Letztere lebten ein asketisches Leben, verzichteten auf Alkohol, Fleisch, Sex.
Über das Geheimnisvolle Okzitanien kann man sich einen kurzen Film in der ZDF Mediathek ansehen.
Um einen Einblick zu erhalten, habe ich dann Otto Rahns „Kreuzzug gegen den Gral“ sowie antiquarisch Jean Markales „Die Ketzer von Montségur“ bestellt. Doch den Einstieg mache ich mit einem kleinen Kindle-Ebook von Sean Martin: The Cathars.

In der online verfügbaren Hausarbeit zum Ketzerverständnis bei Sebastian Franck und Matthias Flacius Illyricus (von Sabine Müller) findet sich eine kurze, mit zahlreichen Quellen versehene Einführung in das Phänomen Katharer – PDF-Datei

 

SEHEPUNKTE – Rezension von: Inquisitors and Heretics in Thirteenth-Century Languedoc – Ausgabe 13 (2013), Nr. 2.

Im späten 17. Jahrhundert erstellte Abschriften von handschriftlichen Texten aus den Jahren 1272 – 1283, die Einblick geben in die Arbeit von Inquisitoren im Kampf gegen die boni homines, die Katharer. 110 Verhörprotokolle von vermeintlichen Ketzern enthält die zweisprachige lateinisch-englische Ausgabe. Laut Herausgebern gibt es jedoch beim Verhörinhalt das Problem: „In many cases it is what the notary remembered of what the witness remembered of what somebody else had said years ago: an elaborate game of Chinese whispers.“
Ausführliche Rezension s. Verweis oben.

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