Neue (‚moderne‘) Heimatfilme

Die Seite ist in Überarbeitung.

Einleitung – in Kürze…

Der Fokus dieser Seite liegt auf dem sogenannten „Neuen oder modernen Heimatfilm“, der ca. seit Mitte der 1970er entsteht. Ich stelle Filme vor, die in den Bergen spielen oder diese zum Thema haben, jedoch keine reinen Bergsteiger-oder Kletterfilme (mit Ausnahmen).

Einleitung – die längere Variante…

Als Kind sah ich etliche der traditionellen Heimatfilme aus den 50er und 60er Jahren und das eher beiläufig, weil meine Eltern sie sahen, weil es kein spezielles Kinderprogramm gab, weil ich die Berg-, Tier- und – generell – die Naturaufnahmen mochte, mich für die Jagd interessierte… Es gab etliche Gründe. Irgendwann fand ich diese Filme nur noch „spießig“, da sie die immer
gleichen Motive zeigten, kitschig aufgemacht waren und einfach nicht mehr zeitgemäß wirkten. Ich war diesen Filmen „entwachsen“ – und das Kind, das die röhrenden Hirsche vom Förster vom Silberwald toll fand, war nun ein Jugendlicher mit anderen Interessen. Doch dann sah ich 1985 in einem Programmkino den schweizer Film Höhenfeuer. Ich war begeistert, habe den Film dann, als er im Fernsehen gezeigt wurde, aufgenommen und etliche Male gesehen. Intuitiv, d.h. ohne theoretische Beschäftigung mit der Filmemacherei, spürte ich, daß ich hier einen ganz anderen „Heimatfilm“ vor mir hatte, der mich speziell auch in seiner Düsterkeit faszinierte. Mit einigen Jahren Verspätung habe ich dann im „Internetzeitalter“ begonnen, die mir bekannten Filme zu sammeln; daraus ist diese kleine Seite entstanden.

Die traditionellen Heimatfilme (v.a. 50er und 60er Jahre), über die man sich zusammenfassend z.B. bei der Wikipedia einen Eindruck verschaffen kann, waren v.a. Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg, einerseits im Sinne der Reaktion auf Vereinnahmung von Kultur und Tradition durch die Nationalsozialisten, andererseits den zerstörten Städten eine urtümliche und romantische Bergwelt gegenüberstellend. Die Filme waren einfach gestrickt, Gut und Böse oft klar getrennt, das Ende vorhersehbar. Sie sorgten für Zerstreuung beim Betrachter und weckten Sehnsüchte nach der „heilen Welt“ im Gebirge, die oft romantisch verklärt wurde.

Die sogenannten Neuen Heimatfilme wollen im Gegensatz dazu gerade nicht die vermeintlich heile Welt darstellen, sondern ungeschönt das reale Leben im Gebirge, das hart und erbarmungslos, grausam und ungerecht sein kann (man denke z.B. an die unerträgliche Kälte der Leni in Sternsteinhof). Im Vordergrund steht nun oft die mühevolle Arbeit der Bergbauern.
So entdecken moderne Regisseure die Berge neu im Sinne einer dramatischen Kulisse für die Handlung, die sie darstellen möchten. Die Berge werden zu einer archetypischen Urlandschaft, vor der Konflikte und Emotionen dargestellt werden. Dazu schrieb Roman Koch auf seiner Seite über Bergfilme:

„Seit ich als Schüler Ludwig Hohls ‚Bergfahrt‘ gelesen habe, sind Berge, Bergler, Bergsteiger für mich immer auch Metaphern, immer auch aufs Wesenliche reduzierte Schauplätze für Geschichten und Dramen. Und seit ich bergwandere, ist mir die Bergwelt immer auch ein Raum der Kultur, der Geschichte, des Kampfes und des Klischees.“
(Koch ist wohl 2013 früh verstorben, die Seite ist zwischenzeitlich offline.)

Damit trifft er einen wesentlichen Punkt: Authentizität und Klischee liegen auch in den modernen Heimatfilmen eng beieinander. Kippt die Balance, wie z.B. bei der hinzugedichteten „Schmachtszene“ am Ende von Nordwand, als der sterbende Toni Kurz noch „Besuch“ von seiner Herzensdame erhält, dann rutscht der Film ins Kitschige und Unglaubwürdige ab. Die Übergänge von den alten zu den neuen Heimatfilmen sind fließend (s. Sternsteinhof oder Gewitter im Mai / Wetterleuchten im Zillertal), ebenso wie auch die Grenzen nicht genau definiert sind: Nordwand zähle ich (als schlechtes Beispiel) dazu, nicht hingegen Am Limit von den Huber-Brüdern, da dies ein reiner Kletterfilm ist. (Fast) immer sind bei den hier vorgestellten Filmen jedoch die Berge im Spiel, so daß ich im Grunde von  Heimatfilmen / Bergfilmen  sprechen müßte.

Auf dieser Seite liste ich die mir bekannten Filme auf und versuche zu jedem eine ganz kurze Rezension zu schreiben. Zum Teil sind YouTube-Videos von Trailern oder Filmausschnitten verlinkt. Wie schon erwähnt, lasse ich reine Bergsteiger- und Kletterfilme aus; auch mag ich keine Krimis (auch hier gibt es ein paar Ausnahmen). Ich bespreche Kino- und Fernsehfilme, lasse Serien aus. Wo noch Text fehlt, steht (…), das heißt, hier geht es „demnächst“ weiter… 🙂

Copyright-Hinweis / Impressum: Das Impressum findet sich auf dieser Seite.
Es ist untersagt, Textpassagen oder die komplette Seite zu kopieren, an anderer Stelle einzufügen, zu veröffentlichen o.ä. Gerne darf auf diese Seite verlinkt werden: © NeuerHeimatfilm.de / V. Wagner

Die Filme in alphabetischer Reihenfolge

WICHTIGER HINWEIS: Zum Teil schreibe ich eher allgemein über die Filme, zum Teil beschreibe ich recht genau die Handlung und gebe Infos, die man englisch als „Spoiler“ bezeichnet, weil sie Dinge, Umstände verraten, die den Filmgenuß trüben können.
Ganz am Ende der Seite finden sich Links und Bücher.

1809 – Die Freiheit des Adlers (2002)

Siehe Andreas Hofer

Andreas Hofer (oder: ‚1809‘ – Die Freiheit des Adlers) (2002)

Fernsehfilm über den Tiroler Wirt und Freiheitskämpfer Andreas Hofer mit dem von mir sehr geschätzten Tobias Moretti in der Hauptrolle. Gezeigt wird der Freiheitskampf der Tiroler gegen die Bayern und die mit ihnen verbündeten Franzosen unter Napoleon. Der Film wurde aufwendig inszeniert – er ist m.E. hervorragend gelungen.
Film mit Tobias Moretti, Ottfried Fischer, Martina Gedeck, Julia Stemberger, Franz Xaver Kroetz u.v.a.
Regie: Xaver Schwarzenberger, Details @ Wikipedia, Trailer @ Youtube

Apollonia (2005)

Lebensgeschichte der Müllerstochter Apollonia Gschwandtner. Teil 1 erzählt die Geschichte kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in der Apollonia schwanger wird. Im zweiten Teil ist der Krieg zu Ende, sie führt die Mühle allein, hat einen inzwischen vierjährigen Sohn. Neben den historischen Umständen der Wirren nach dem Krieg geht es auch um den männlichen Partner, den die Müllerin erst am Ende findet.
Film mit Julia Heinze, Hans-Michael Rehberg, Konstantin Wecker u.v.a.
Regie: Bernd Fischerauer, Info Teil 1 BR3, Info Teil 2

Der Atem des Himmels (2010)

Fernsehfilm aus Vorarlberg, der die Lawinenkatastrophe von 1954 in Blons (Großes Walsertal) zum Thema hat, bei der 57 Menschen ums Leben kamen. Diese dient dem Film als Vorlage für Liebes- und Konfliktgeschichten um die Hauptdarstellerin Erna von Gaderthurn (Beatrice Bilgeri), die als Lehrerin in das kleine Dorf kommt. Schöner, sehr emotionaler, vielschichtiger Film.
Film mit Beatrice Bilgeri, Jaron Löwenberg, Gerd Böckmann u.v.a.
Regie: Reinhold Bilgeri nach seinem gleichnamigen Roman von 2005, Kinostart in Österreich 3.9.2010, Offizielle Filmseite (seit ca. 2012 leider ohne Inhalte) Details @ Wikipedia, Trailer @ Wikipedia

Baching (2007)

Erster Kinofilm von Matthias Kiefersauer über das bayrische Dorf Baching, in dem vor drei Jahren die kleine Lena vor das Auto eines alkoholisierten Fahrers gelaufen und so getötet worden war. Drei Menschen waren im Auto: die Brüder Robert und Benedikt sowie Laura. Benedikt, der Fahrer, hatte die letzten drei Jahre in Berlin verbracht, kehrt nun aber zurück („Man kann die Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus den Menschen.“) 

Benedikt versucht nun einerseits, sich mit den Eltern der getöteten Lena zu versöhnen, deren Ehe in einer Krise steckt, zum anderen aber auch Annette, seine Ex, die nun mit seinem Bruder Robert verheiratet ist, für sich zurückzugewinnen. Für Annette und Benedikt beginnt ein Lernprozeß, der letztlich Laura zugute kommt, wohingegen die Ehe der erwähnten Eltern endgültig scheitert, d.h. sie tragen das zweifach tragische Los: totes Kind und Trennung voneinander.

Baching ist kein lauter Film, es gibt wenige „Action-Szenen“. Richtig urteilt Kino.de: „Ein ruhiger Film über die Leere, die sich weniger durch Worte als durch das Verhalten der Figuren einstellt. Im bayrischen Lokalkolorit verankert, spiegelt sich in kleinen Gesten der große Schmerz eines erschütterten Orts.“
Ein empfehlenswerter Film mit Thomas Unger, Stefan Murr, Bernadette Heerwagen, Marisa Burger, Michael Fitz…
Regie: Matthias Kiefersauer, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Bergfest (2008, Kinostart 2010)

(…)
Film mit Anna Brüggemann, Martin Schleiß, Peter Kurth…
Regie: Florian Eichinger, Info @ Wikipedia, offizielle Filmseite, Kinostart: 8.7.2010

Bergblut (2010)

1809 heiratet der Tischler Franz Egger die Arzttochter Katharina in Augsburg. Diese verliert jedoch ihr Kind in der Schwangerschaft nach einem Streit Franz‘ mit einem französischen Soldaten. Das Paar flieht zurück ins Passeiertal zum Bergbauernhof, wo Franz‘ Eltern und zwei Brüder leben. Der ‚Städterin‘ gegenüber ist man reserviert bis offen feindlich; der Tiroler Dialekt wird mit Untertiteln versehen. Franz wird noch immer gesucht, was dazu führt, daß ein bayerischer Soldat in einem Gerangel den Vater anschließt. Die Familie bindet dies enger zusammen, auch spürt man die patriotische Stimmung der Tiroler beim Schießtraining. Bald heißt es, der Aufstand gegen die Franzosen und Bayern sei ausgerufen. Bis auf den ältesten Bruder ziehen die Männer der Familie in den Krieg. Der Film zeigt keinerlei Kriegshandlungen, sondern nur die Auswirkungen. Katharina muß im Kontakt mit der Schwiegermutter in die Offensive gehen: sie wirft symbolisch ihren Seidenschal weg und beschließt, ihrer Rolle als Bäuerin gerecht zu werden. Als die Männer siegreich zurückkehren, weil sie am Berg Isel gewonnen haben, kommt es zu Freudenfeiern mit Andreas Hofer. Die harte Haltung gerade auch der Schwiegermutter gegenüber Katharina verschwindet völlig, d.h. der Film arbeitete auf diesen Höhepunkt hin. Doch es kommt anders: Österreich schließt Frieden mit Napoleon und verzichtet auf Tirol. Die Männer ziehen erneut in den Krieg, allerdings nicht Franz, denn dieser war bereits verletzt zurückgekehrt. Aus Sorge um den Mann verletzt Katharina ihn im Alkoholrausch mit einem Skalpell an der Achillessehne. Wegen dieser Tat wird sie vom Hof verstoßen. Hier stellt nun der älteste Schwager die Verbindung wieder her: er rekrutiert Katharina für das örtliche Lazarett, wo sie auch mit der Frau von Andreas Hofer zusammentrifft, die von ihr ein Heilmittel für den Sohn erbittet. Sie sagt den Satz, der für den Film stehen kann: „Mir san die Weiber und mir trogn das Land.“ Hofer kapituliert, die Tiroler werden entwaffnet, der Sandwirt wird verraten, Franz‘ jüngster Bruder fällt. In einem Akt der Versöhnung eilen Franz und Katharina gemeinsam zu Hofers Versteck, um ihn zur Flucht zu überreden, was er jedoch ablehnt. Man sieht die Exekution Hofers, hört seinen Ruf: „Franzosn, wos schieaßt ihr schlecht!“ All das erzählt Katharina als alte Frau in einer Rahmenhandlung. Man versteht, daß Franz gerade gestorben ist und daß das Paar vorher lange gut zusammengelebt und auch Kinder und Enkel hat. Mit stimmungsvollen Naturaufnahmen und sehr schöner Filmmusik muß man Bergblut als eine neue Perle im Genre ansehen. Der Krieg der Männer, erzählt aus der Sicht der Frauen; die kämpfenden Nationen, Frankreich, Österreich, Bayern, und die Sicht auf die Dinge vom kleinen Bergbauernhof in Passeier aus. Die Städterin wurde zur Bäuerin, der Sohn kehrt als Tischlermeister aus der Fremde zurück. Heimatverbundenheit ist ein großes Thema des Films – und auch die Bereitschaft, dafür zu kämpfen. Die Frauen und Mütter aber müssen die Last tragen. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Bayern (Augsburg, Friedberg) und Südtirol (Pfandleralm, Sandwirtshaus – Passeiertal). Der Regisseur, der selbst im Passeiertal aufgewachsen ist, konnte den Film dank der Hilfe der Bevölkerung mit geringem Budget drehen. Welturaufführung bei den Bozener Filmtagen am 16.4.2010
Film mit Inga Birkenfeld, Wolfgang Menardi, Verena Plangger, Martin Maria Abram u.a.
Regie: Philipp J. Pamer, Details @ Wikipedia, Offizielle Seite zum Film, Youtube: Trailer 1, Trailer 2, Trailer 3

Bergkristall (2004)

Märchenhafte Erzählung über die Feindschaft zweier (fiktiver) Vorarlberger Dörfer und die Geschichte einer dorfübergreifenden Ehe, die aufgrund der Anfeindungen zum Scheitern verurteilt scheint. Zwei Kinder hoffen auf die Kraft des Bergkristalls, der Verliebte wieder vereinen kann. Über die Suche nach den beiden vermißten Kindern legen die Dörfer ihre alte Feindschaft bei. Unkomplizierter, märchenhafter Film auf der Basis der Novelle von Adalbert Stifter, der jedoch gegenüber Herbstmilch und Schlafes Bruder qualitativ etwas abfällt.
Film mit Dana Vávrová, Daniel Morgenroth, François Goeske, Josefina Vilsmaier u.v.a.
Regie: Joseph Vilsmaier, Details @ Wikipedia, Youtube: Making of

Beste Chance (2014)

Siehe Beste Zeit

Beste Gegend (2008)

Siehe Beste Zeit

Beste Zeit (2007)

Erster Teil der sogenannten Tandern-Trilogie; Nachfolger: Beste Gegend (Kinostart 3.1.2008) und Beste Chance (Kinostart 26.6.14). Laut Wikipedia ist es eine „Coming-of-Age-Trilogie über das Aufwachsen in der oberbayerischen Provinz“, die sich v.a. um die beiden jungen Frau Kati (Anna Maria Sturm) und Jo (Rosalie Thomass) zentriert und deren nächtliche Ausflüge mit dem väterlichen VW-Bus. Erste Liebe, Zigaretten, Alkohol, Heimatverbundenheit vs. Stipendium in Amerika – eine wilde, kurzweilige Mischung.

Beste Gegend, die ‚erwachsenere‘ Fortsetzung, die Gegensätze zwischen den Freundinnen aufzeigt, was damit anfängt, daß Jo das Abitur nicht besteht. Die geplante gemeinsame Weltreise mit Kati endet bereits hinter der italienischen Grenze, weil deren dementer Opa ins Krankenhaus kommt und sie umkehren muß. Über den Tod des Opas und sonstige Verwicklungen mit der männlichen Bekanntschaft wird klar, daß man getrennte Wege gehen wird: Jo fliegt alleine nach Afrika. Würdiger und an vielfältigen Stimmungen reicher Nachfolger, aber der Film erreichte nur die Hälfte der Zuschauerzahlen des ersten Teils.

Beste Chance fällt einerseits durch den großen Abstand zum Vorgängerfilm etwas aus dem Rahmen, andererseits durch die Tatsache, daß der Film hauptsächlich in Indien spielt, wo Kati auf der Suche nach Jo in zahlreiche Verwicklungen kommt, die aber beim Rest der ehemaligen Gang („Rocky“, Toni…) im heimischen Bayern nicht weniger sind. Jos Hilferuf war anderer Natur als angenommen: sie ist schwanger und Kati lernt zufällig den „Erzeuger“ des Kindes auf Selbsterfahrungstrip im Ashram kennen. Kati und die inzwischen nach Indien nachgereisten, besorgten Väter von Jo und ihr erleben das exotische Land im Positiven wie Negativen. Am Ende des Films hat jede(r) (s)einen Partner und das Fazit ist so à la „Wat mut dat mut“. Mein Interesse an der Trilogie ist von Film zu Film geringer geworden – vielleicht auch weil der dritte Teil nicht (mehr so ganz) auf diese Seite paßt, aber vielleicht auch, weil sich Rosenmüller immer wieder vom Stempel „neuer Heimatfilm“ distanziert (sein Sommer in Orange ist hingegen einer meiner absoluten Lieblingsfilme).
Filmmottos: „Alle für einen, einer für alle.“ / „Es geht um Leben und Tod.“ / „Auf Fahrtwind und Freiheit. Sehnsucht und Liebe. An Tschik und a Bier. Und den Vollmond als Wegweiser.“
Regie: Marcus H. Rosenmüller, Details Beste Zeit @ Wikipedia, Details Beste Gegend @ Wikipedia, Details Beste Chance @ Wikipedia Youtube: Trailer BC, Trailer BG, Trailer BZ

Clara und das Geheimnis des Bären (2012)

Beworben als „Abenteuerfilm für die ganze Familie“ (…)
Deutsch-schweizerischer Film mit Ricarda Zimmerer, Damian Hardung, Elena Uhlig
Regie: Tobias Ineichen, Filmseite, Youtube: Trailer

Cœur animal (2009)

(…)
Schweizer Film mit Olivier Rabourdin und Camille Japy auf der Basis des Romans Rapport aux bêtes von Noëlle Revaz
Regie: Séverine Cornamusaz; Debütfilm, ausgezeichnet mit dem Schweizer Filmpreis, Details @ Wikipedia, Rezension Weltwoche, Youtube: Trailer (Französisch)

Daheim sterben die Leut‘ (1985)

(…)
Regie: Klaus Gietinger, Leo
Hiemer
; Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer, offizielle Filmseite („Allgäu-Kultfilm“)

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer / Une hirondelle a fait le printemps (2000)

Französischer Film aus dem Jahr 2000, Deutschlandstart 2002. In englischsprachigen Ländern lief der Film unter den Titeln One swallow brought spring / The girl from Paris. Die junge Sandrine Dumez bricht das Informatikstudium ab, um Bäuerin zu werden. Nach Abschluß der Ausbildung soll sie einen Hof im Vercors-Massiv (Rhônes-Alpes), der noch dem bärbeißigen Alten Adrien Rochard gehört, übernehmen. Adrien darf vertragsgemäß noch anderthalb Jahre dort wohnen, eine Zeit, die er v.a. dazu nutzt, die junge Landwirtin kritisch zu beäugen und ihre Arbeit zu behindern. Ein Schwächeanfall läßt in ihm jedoch die Einsicht reifen, daß er sich Sandrine gegenüber falsch verhalten hat. Mit einem kleinen Trick gewinnt er ihr Vertrauen zurück, woraus sich eine Freundschaft entwickelt. Letztlich zieht Sandrine den Berghof und den Alten noch ihrem Ex, der weiterhin in Paris lebt, vor. Anschaulich setzt der Regisseur den Generationenkonflikt in Bilder um, die auch immer – teils recht drastisch – den bäuerlichen Alltag zeigen.
Dies ist einer der Filme, wegen derer ich diese Seite überhaupt betreibe: er ist von einer emotionalen Intensität, auch voll (teils unterschwelligem) Humor – es ist eine wahre Freude, diesen Film zu sehen. Empfehlung!
Film mit Michel Serrault, Mathilde Seigner u.a.
Regie: Christian Carion, Infos @ Wikipedia, auch in Französisch, Youtube: Trailer

Einmal leben (1999)

Fernsehfilm des Bayerischen Fernsehens mit Kathi Leitner in der Hauptrolle, die dafür 1999 den Bayerischen Fernsehpreis erhielt. (…)
Regie: Franz X. Bogner, Details @ Wikipedia

Ende der Schonzeit (2012)

Der Film spielt im Schwarzwald des Jahres 1942, jedoch eingebettet in eine Rahmenhandlung in einem Kibbuz in Israel 1970. Ein kinderloses Bauernehepaar nimmt einen Juden auf. Der Bauer, ein markiger, unsentimentaler, aber im Grunde gutmütiger Mensch, wünscht sich (aufgrund eigener Impotenz?), daß der Jude mit seiner Frau ein Kind zeugt, damit endlich der Stammhalter für den Hof da ist. Aus dem „Arbeitsauftrag“ entwickelt sich mehr zwischen Bäuerin und dem Juden. Auch als sie bereits schwanger ist, will sie die Affäre fortsetzen, was der Jude ablehnt, weswegen – und das erfährt der Zuschauer erst am Ende des Films – sie ihn bei den Nazis verrät. Der Jude kommt nach Auschwitz, überlebt, kehrt noch einmal im Herbst 1945 zum Hof zurück, weil er sein Kind sehen will. Doch die Bäuerin hat das Kind verloren. Unter der Vermutung, daß ihr Mann ihn verraten hat, vergewaltigt er die Bäuerin und verläßt den Hof. Der Sohn aus dieser Vergewaltigung besucht in der Rahmenhandlung seinen Vater in Israel, um ihm den letzten Brief seiner Mutter zu überbringen, in dem eben steht, daß sie ihn verraten hat. Offen bleibt, ob sich der Bauer am Ende des Besuchs (Herbst 45) erschießt. Einfache, klare Bilder, ruhige Einstellungen – ein Film, wie ich ihn liebe. Uraufführung 1.7.2012 beim Filmfest München.
Film mit Brigitte Hobmeier, Hans-Jochen Wagner, Christian Friedel u.a.
Regie: Franziska Schlotterer, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Das ewige Lied / Silent Night (1997)

1816 wurde der Ort Laufen an der Salzach von Salzburg getrennt und Bayern zugeschlagen. Der am rechten Flußufer liegende Ortsteil Oberndorf wurde damit eigenständiges, österreichisches Grenzdorf. Vor diesem historischen Hintergrund entwickelt Bogners Film, der in Matrei in Osttirol, in Gmünd in Kärnten und in Waidhofen an der Ybbs gedreht wurde, die Konflikte zwischen den Oberndorfer Schiffern, die das Monopol für den Salztransport hatten, und den Laufener Händlern, personifiziert im Kontoristen Burgschwaiger, – Arbeitskraft vs. Geld. Erzählt wird v.a. aus der Sicht des neuen Hilfspfarrers Josef Mohr (gespielt von Tobias Moretti, der mir schon als Andreas Hofer (1809) gefiel, sowie dem Dorflehrer Franz Xaver Gruber. Wer bei Mohr und Gruber an das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ denkt, der liegt richtig: aus dem Kulminationspunkt des Films entsteht dieses Weihnachtslied (1818). Trotz der sich verschärfenden Auseinandersetzung zwischen Schiffern, die alle mal „Bergler“ waren, und dem Laufener Händler ist der Film ruhig und atmosphärisch dicht erzählt. Mut und Elan von Mohr, der damit letztlich auch den Lehrer sowie Schlagerer, den Anführer der Schiffer, überzeugt, stehen immer wieder im Vordergrund, z.B. bei der Messe vor leerer Kirche, beim Gesangswettstreit im Gasthaus, der ebenfalls mit einer Messe – vor Ort – beendet wird. Der junge Pfarrer setzt sich gegen den mit den Händlern kollaborierenden Dorfpfarrer Nöstler durch. Zum Eklat kommt es, als Burgschwaider bayerische Schiffer engagiert; beide Seiten erleiden einen Verlust. Verschiedene Beziehungsgeflechte werden im Film geschickt verwoben, so z.B. die Liebe zwischen Schlagerers Sohn und der ’stummen Maria‘ (mit Blaue-Lagune-reifen Sexszenen in der Salzach – man höre und staune!), der etwas blaß bleibenden ‚Kräuter-Agnes‘, der sich anbahnenden Liebe zwischen dem Lehrer und der Witwe des vorherigen Lehrers. Fast schon mystisch werden die ‚Bergler‘ dargestellt, von denen man die Jodelechos bis herunter an den Fluß hören kann. Überhaupt, die Musik ist sehr gelungen, sicher auch dank der Mitarbeit von Hans-Jürgen Buchner von Haindling.
Farbig, plastisch, atmosphärisch – das sind Begriffe, die mir zum Film einfallen. Er hat mir gut gefallen, auch wenn ich sagen muß, daß er im Rahmen einfacher Mechanismen funktioniert. Der Film ruht (im positiven Sinne) im Erzähltempo, in seinen Charakteren, in den Landschaftsaufnahmen (auch in der geographischen Stufung ‚Dorf am Fluß‘ – Weiler auf halber Höhe in die Berge – Dorf der ‚Bergler‘). Manchmal hatte ich das Gefühl, es wird ein wenig zu viel hineingepackt, was letztlich oberflächlich bleibt, aber das Gesamtpaket stimmt dann doch. Daher ist dies ein empfehlenswerter Film, wenn es mal „großes Kino“ ohne zuviel Anspruch sein soll – auch wenn man gerade das Verhältnis Mohr – Nöstler auch theologisch untersuchen könnte (immerhin lebt Mohr ein bodenständiges Christentum, das man durchaus mit dem Begriff der Befreiungstheologie benennen kann). Etwas fürs Herz, für die Vorweihnachtszeit, für den
gemütlichen Abend mit einer Flasche Wein – eine klare Empfehlung!
Film mit Tobias Moretti, Heio von Stetten, Michael Mendl u.a.
Regie: Franz X. Bogner, Musik von Hans-Jürgen Buchner (Haindling) , Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer (Englisch)

Faszination Bergfilm – Himmelhoch und abgrundtief (Doku, 2008)

(…)
Film von Hans-Jürgen Panitz und Matthias Fanck; SWR / Arte 2008

  Das finstere Tal (2014)

Ein Fotograf aus den USA kommt in ein abgelegenes, österreichisches Bergdorf (ca. um bzw. kurz vor 1900), um dort den Winter zu verbringen. Ihn umgibt eine düstere Aura. Der im Tal herrschende Brenner-Clan weist den Fremden Luzi und ihrer Mutter als Gast zu. Bald sterben zwei Brennersöhne im Wald – und man weiß bereits, daß Greider, der Fremde, dahintersteckt. Insbesondere der zweite Tod ist mittels einer dem Vietcong Ehre machenden Vorrichtung bewerkstelligt worden… Aber: Grausamkeit wird in gleicher Weise heimgezahlt, das versteht man, nachdem Greider dem Ortspfarrer die beiden Morde gebeichtet hat, nur um ihn dann auch zu erschießen. Jetzt kann man die Szenen vom Anfang des Films, Rückblenden, deuten: Der Brenner-Clan hat das mittelalterliche ius primae noctis in Kraft gesetzt: die Hochzeitsnacht einer jungen Frau verbringt der alte Brenner, das Oberhaupt, mit dieser, damit die Kinder seine sind. Das Dorf akzeptiert dies stillschweigend, weil die Bewohner seinerzeit von Brenner aufgenommen und mit Nahrung und Unterkunft versorgt worden waren. Die junge Frau aus dem Vorspann war Greiders Mutter. Ihr Geliebter, mit dem sie sich vor den Brenners verstecken wollte, wurde von diesen gekreuzigt, aber sie konnte fliehen – in die USA. Auch Luzi soll nach der Hochzeit zum Brenner gebracht werden, was Greider verhindert. Es kommt zum Showdown zwischen den restlichen Brenner-Brüdern und Greider, ganz in „Slo-Mo“ gefilmt und mit moderner englischer Hintergrundmusik: es ist eine Art „Schlachtfest“, bei dem Greider mit seinem mehrschüssigen Repetiergewehr (lt. Wikipedia Winchester 1873) die Brenners mit ihren zweischüssigen Flinten besiegt. Aus der Schlußszene mit dem alten Brenner wird deutlich, daß Greider dessen Sohn ist. Doch auch ihn erschießt er, bevor er im nächsten Frühjahr das Tal verläßt. Luzi, die auch als Erzählerin fungiert, sagt, daß manche Dörfler den Greider am liebsten umgebracht hätten, Zitat: „Freiheit ist ein Geschenk, das sich nicht jeder gerne machen läßt.“
Ich fragte mich nach dem Schauen: ist das ein gewaltverherrlichender Film? Ja, ganz zweifelsohne, die „Freiheit“ am Ende wird durch Töten erkauft. Und so, wie die Gewalt dargestellt wird, durch blutintensive Nahaufnahmen, Zeitlupeneffekt, Schußwechsel mit unterlegter Musik, wird sie positiv dargestellt (und zum zweiten Mal werde ich an den Vietnamkrieg durch ein wenig dem Film Full Metal Jacket ähnelnde Szenen erinnert). Interessant, daß der Film „ab 12“ freigegeben wurde. Ich kannte (und mochte) vorher vom Regisseur den Horrorthriller In 3 Tagen bist du tot. Um Das finstere Tal habe ich mich ein wenig „herumgedrückt“, weil mir nach dem Lesen der Rezensionen beim Filmstart nicht einleuchten wollte, wozu man einen „Alpen-Western“ braucht. Letztlich aber ist das ein Film, der mich sehr an die Düsterkeit von Schlafes Bruder erinnert hat. Er wurde im Südtiroler Schnalstal gedreht.
Film mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer u.v.a. nach dem Roman von Thomas Willmann (2010, lt. Wikipedia „Mischung aus Heimatroman und Western“), Österreich-Premiere am 11.2.2014
Regie: Andreas Prochaska, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Der Fuchs und das Mädchen (2007)

(…)
Regie: Luc Jacquet, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Die Geschichte vom Brandner Kaspar (2008)

Verfilmung eines populären bayerischen Volksstücks über den Büchsenmacher Brandner, der dem Tod (= Boandlkramer) beim Kartenspiel weitere Lebensjahre abtrotzt.
Film mit Franz-Xaver Kroetz, Michael Herbig u.a.
Regie: Joseph Vilsmaier, Details @ Wikipedia, Homepage des Films (mittlerweile ohne Inhalte), Youtube: Trailer

Der gestohlene Himmel (1974)

Siehe Wetterleuchten über dem Zillertal

Gewitter im Mai (1987)

Film nach der Erzählung von Ludwig Ganghofer (1904, Drehbuch: Jörg Graser).
Die moderne Zeit hält Einzug: die Bergbauern verlassen ihre Höfe, um in der Fabrik in der Stadt zu arbeiten, nur der Pfarrer wettert gegen Technik und elektrischen Strom. Des Pfarrers Gegenspieler im Ort ist der Schmied Domini, der den Ort mit Strom ausstattet und eine Ballonfabrik bauen will. Das tut er nicht ganz ohne Eigennutz: er leidet unter Minderwertigkeitsgefühlen, hat eine Gehbehinderung und seine größte Sorge ist, daß ein „besserer“ Mann ihm im Tal seine Regina wegnehmen könnte. Und dieser Mann taucht in Dominis heiler Bergwelt auf: Der aus dem Ort stammende Seemann Leopold kehrt für einen Urlaub zurück. Ohne von der Beziehung zwischen Domini und Regina zu wissen, bemüht sich der weltmännische, Swing-tanzende Frauenheld um die eigentlich schon an seinen früheren Freund vergebene Frau. Und so wie der Pfarrer zum Erhalt seiner Vorstellung von ‚heiler Welt‘ den Kirchenschmuck versetzt, um dafür den armen Bauern Rinder kaufen zu können, drängt es Domini zu einer Zweckallianz mit dem Pfarrer, den er kurzfristig die Ehe zwischen Regina und ihm verkünden läßt. Leopold stürzt dies in eine tiefe Krise, da er glaubte, die Frau seines Lebens gefunden zu haben, aber auch Regina ist sich ihrer Gefühle für Domini nicht mehr sicher. Am Tag vor Leopolds Abreise kommen er und Regina sich in einem Gewitter näher: wie er schon dem früher unter dem Vater leidenden Domini versprochen hatte, er werde mit eigenem Schiff zurückkommen und ihn mitnehmen, so sagt er nun Regina, er werde in sechs Wochen zurück sein, um sie zu holen. Als Regina sich von Domini trennen will, kommt es zu einem Stromunfall, bei dem beide sterben – Leopold geht – davon nichts wissend – zurück auf sein Schiff und der Pfarrer verläßt das Dorf (es ist unklar, ob er wegen des Kirchenschmuckdiebstahls ins Gefängnis muß). Was bleibt? Die „heile Bergwelt“ ist gleich zweimal zerstört: der Pfarrer muß zu ihrer Erhaltung gegen jede Technik wettern und letztlich kriminell werden, Domini muß erleben, daß Technik allein kein Glück garantieren kann. Da auch die Schlußszene von Leopold anklingen läßt, daß er der Heimatlose bleiben wird, ist das Bergdorf und seine Bewohner gleich in mehrfacher Hinsicht „von allen verlassen“, zum Ausdruck gebracht durch die Worte von Leopolds Mutter, die fragt, wie es denn jetzt hier oben mit ihnen weitergehen solle. Der im Osttiroler Innervillgraten gedrehte Film zeigt ähnlich wie Krambambuli das Talent Schwarzenbergers, Konflikte emotional dicht und atmosphärisch stimmig in Filme zu übersetzen. Dieser elf Jahre ältere Film kann jedoch wie Krambambuli empfohlen werden. Es wäre noch soviel zur Symbolik zu erzählen, z.B. zum Gegensatz zwischen natürlicher Elektrizität im Gewitter und dem ‚künstlichen‘ Strom Dominis: Ein Blitz zerschlägt den Strommast, was letztlich zum Tod Dominis und Reginas führt.
Film mit Gabriel Barylli, Claudia Messner, Michael Greiling, Michel Robin…
Regie: Xaver Schwarzenberger, Infos @ Kino.de

Gipfelsturm (2007)

Spielfilm über die (Erst-)Besteigung der Zugspitze durch Leutnant Josef Naus, 1820. Erstausstrahlung am 8.4.2007 im Bayerischen Fernsehen. Leutnant Naus, Tiroler, aber jetzt im Dienst der Bayerischen Armee, kommt mit seinem Gehilfen zwecks Landvermessung in ein kleines Bergdorf unterhalb der Zugspitze (im Film: der Zugspitz). Die abergläubische Bevölkerung hat Angst vor dem „Zuggeist“ (symbolhaft als Steinadler im Film), der für Wetterstürze, Gewitter und den Tod am Berg verantwortlich ist, und will dem Leutnant nicht helfen. Ein geistig behinderter junger Mann sowie der aus dem Gefängnis zurückgekehrte Görgl, den der Leutnant im Tiroler Volksaufstand hat leben lassen, helfen aber doch. Zudem freundet sich der Offizier mit einem alten Älpler an, der ihn in einem Dialog vor dem heutigen Massentourismus warnt: der Aberglaube bzgl. des Zuggeistes hält die Menschen davon ab, in Massen in die Berge zur strömen. Ähnlich ein weiterer Dialog: Der Leutnant meint gegenüber einem Dörfler, daß nach ihm noch welche kommen werden, die die Berge lieben. Jener erwidert, daß die Berge die Menschen auch nicht lieben würden, umbringen werden die Berge jene, die kommen werden, genauso wie sie die Bergbewohner töteten. In mehreren Anläufen (u.a. mit Sturz in eine Gletscherspalte) besteigt der Leutnant Naus als Erster die Zugspitze (lt. Wikipedia ist aber eine Erstbesteigung vorher wahrscheinlich). Dann folgt eine „amtliche Wiederholung“… Eingerahmt wird all das von einem volkstümlichen Potpourri aus diversen Liebesaffären inkl. Eifersuchtsszenen, extrem viel Beterei, einer manchmal sehr dudeligen Musik sowie recht einfachen Dialogen. Ein netter Film für zwischendurch, sehr am klassischen, klischeebehafteten Heimatfilm orientiert. Gedreht wurde der Film in Osttirol (Matrei), am Hintertuxer Gletscher und an der Zugspitze.
Film mit Johannes Zirner, Kerstin Becke, Andreas Nicki, Monika Baumgartner, Konstantin Wecker u.v.a.
Regie: Bernd Fischerauer, Details @ Wikipedia

Heimat, deine Filme – Der Traum vom Paradies (Doku, 2008)

Fernsehdokumentation von Eckhardt Schmitt (Bayerischer Rundfunk, 2008). Filminfo bei IMDB

Herbstmilch (1988)

Die Lebenserinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider (1919 – 1993), die in der Zeit des „Dritten Reiches“ unter ihrer Schwiegermutter zu leiden hat – bis der für die Wehrmacht kämpfende Ehemann nach Kriegsende von der Front heimkehrt und die Mutter des Hofes verweist. Das Filmdrehbuch schrieb Peter Steinbach frei nach dem Buch sowie nach Gesprächsaufzeichnungen mit der Bäuerin und ihrem Mann Albert. Der Film zeigt die erwachsene Anna, bedient sich jedoch Rückblenden, die die harte Kindheit der Bäuerin zeigen, die nach dem Tod der Mutter mit ihrer Schwester den Hof für Vater und Brüder führen mußte. Albert umwirbt die hübsche Frau, doch Annas Vater will der Hochzeit erst zustimmen, wenn Hitler das Sudetenland „heim ins Reich“ geholt hat. Nach Heimholung und Hochzeit zieht Anna auf den Hof ihres Mannes Albert, wo sie gleich sehr feindselig von dessen Mutter aufgenommen wird, auf die Anna sich sehr gefreut hatte, da ihre Mutter schon verstorben war. Wenige Tage nach der Hochzeit muß Albert zur Wehrmacht, und Anna ist alleine mit Schwiegermutter und diversen Onkels und Tanten, die im Haushalt leben. Der Konflikt mit der Schwiegermutter ist im Grunde kein offener; es ist eine einseitige Ablehnung der Schwiegertochter auf ganz gehässige Art. Vor der Geburt des Kindes von Anna und Albert meint die Schwiegermutter, sie wünsche sich, daß Anna im Kindbett „verrecke“. Die Bilder, die das kleine Kind in seinem ersten, zweiten Lebensjahr zeigen, sind besonders trostlos. Der vom Kriegsdienst zurückkehrende Albert merkt gleich, was auf dem Hof los ist, und verstößt seine Mutter. Die Frau, die man gleich zu Beginn des Films mit Fahrrad in einer Winterlandschaft kurz sehen konnte, ist Alberts Mutter – so klingt der Film aus und ist damit ein erzählerisches Hinarbeiten auf den Richtspruch Alberts. (So hatte ich dies interpretiert; tatsächlich ist dies die echte Anna Wimschneider.)
Es ist eine „Vom-Regen-in-die-Traufe“-Geschichte mit ‚Happy End‘ und ganz viel stimmungsvollen Bildern und der dazu passenden Musik. Das bäuerliche Leben im Zweiten Weltkrieg wird in diesem, im Landkreis Rottal-Inn sowie in Serfaus, Tirol, gedrehten Film, m.E. gut eingefangen. Es ist ein typischer „Vilsmaier-Film“ mit ruhiger Erzählweise und vielen Zwischentönen. Der „echte“ Albert Wimschneider spielt im Film seinen Onkel gleichen Namens.
Film mit Dana Vávrová, Werner Stocker u.a. (Stocker und Vávrová galten Anfang der 90er als „Traumpaar“ des deutschen Films. Leider verstarb Stocker bereits 1993 an Krebs; Vávrová, Vilsmaiers Frau, verstarb 2009 an der gleichen Krankheit.)
Regie: Joseph Vilsmaier, Details @ Wikipedia, wo es u.a. heißt: „Joseph Vilsmaier trug mit dem Film wesentlich zum Genre des modernen Heimatfilms bei, der keine kitschige heile Welt, sondern die unverblümte, mitunter harte Realität darstellt.“, Youtube: Trailer

Hierankl (2003)

Ein dramatisches Treffen auf einem Gehöft in den Voralpen anläßlich des Geburtstages des Hausherrn, der jedoch kein Bauer sondern „Alt-68er“ ist. Das Treffen ist quasi als Showdown angelegt: im Verlauf der im Film geschilderten 3 Tage entfalten sich vor den Augen des Zuschauers die Beziehungen der Personen untereinander. Faszinierendes, atmosphärisch dichtes Beziehungs- und Inzestdrama.
Film mit Johanna Wokalek (Bayerischer Filmpreis für die Rolle der Lene), Barbara Sukowa, Josef Bierbichler u.a.
Regie: Hans Steinbichler (der Film ist des Regisseurs Abschlußfilm an der Münchner Film-und Fernseh-Hochschule.), Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Hinter diesen Bergen (2010)

Premiere bei den 44. Internationalen Hofer Filmtagen im Oktober 2010 (…)
Regie: Michael Krummenacher, Kurzinfo

Höhenfeuer (1985)

Die tragisch endende Geschichte einer Familie auf einem einsamen Bergbauernhof. Der jähzornige Vater, die depressive Mutter, die Tochter, die gerne Lehrerin geworden wäre und der taubstumme, geistig ein wenig zurückgebliebene Sohn. Es kommt zu Inzest: als der Vater davon erfährt, löst sich im Gerangel mit dem Sohn ein Schuß aus einer Flinte, die ihn tötet. Die Mutter stirbt wenige Sekunden später an einem Herzschlag. Ein Film mit ganz dichter Atmosphäre, der für mich eine Art „persönlicher Klassiker“ ist, da ich ihn etliche Male gesehen habe. (Als Nicht-Schweizer am besten mit Untertiteln anschauen…)
Film mit Thomas Nock, Johanna Lier, Dorothea Moritz, Rolf Illig u.a.
Regie: Fredi M. Murer, Details @ Wikipedia, Artikel Vom Bergkino des Sehens zum Bergkino des Tastens von Silke Martin zum Download als PDF

Jennerwein (2003)

Spielfilm über das Leben des bayrischen Wildschützes Georg Jennerwein, genannt der „Girgl von Schliers“. Dieser erlebt, wie der Jäger Mayr seinen Vater, der auch gewildert hatte, kaltblütig ermordet. Es folgt ein Zeitsprung über 12 Jahre, Girgl und sein Freund Pföderl kämpfen gemeinsam im Deutsch-französischen Krieg 1870/71. Sie kehren heim in ihr Dorf und beginnen gleich selbst mit der Wilderei. Neben dem Konflikt mit dem Jäger Mayr entwickelt sich einer unter den Freunden, da beide dieselbe Frau, Agerl, begehren. Sie entscheidet sich für Girgl, der in der Folge von seinem einstigen Freund (angestiftet von Mayr) hinterrücks erschossen wird. Ein TV-Film des bayrischen und österreichischen Fernsehens mit der hübschen Sabrina White in der Rolle der Agerl. Liest man sich z.B. die Rezension zum Film Schneeland durch, bei dem Bücking Kameramann war, dann meint man empfinden zu können, daß er zwar den „fotografischen“ Blick hat, aber nicht so sehr für den Job des Regisseurs prädestiniert ist. Der Film ist dramaturgisch Einheitskost, auch die Frauenbeziehungen des Girgl sind filmisch schon eher ausgelutscht. Es bleibt, wie der BR (Link tot) feststellt, ein Film über das Aufbegehren gegen die Obrigkeit, die „archaische Lust an der Jagd“, Freundschaft, Verrat („Dolchstoßlegende“) und heißen Sex, der für Filme des Genres recht offen dargestellt wird. Prädikat: nett, aber mehr nicht.
Film mit Fritz Karl, Christoph Waltz, Sabrina White u.v.a.
Regie: Hans-Günther Bücking, Details @ Wikipedia
Zwei Versionen des Jennerwein-Liedes – Sturmpercht und Tegernseer Zwoagesang, zum Kontrast dann Ausschnitte von den Dreharbeiten mit moderner Musik unterlegt: Youtube: Sturmpercht – Der Wildschütz Jennerwein, Tegernseer Zwoagesang – Wildschütz Jennerwein

Der Judas von Tirol (2006)

Fernsehspiel (Bayerischer Rundfunk) über Franz Raffl, der Andreas Hofer für 1500 Gulden an die Franzosen verriet.
Regie: Werner Asam, Details @ imdb.org

Kein Feuer im Winter / Tout un hiver sans feu (2004)

Das Lexikon des Internationalen Films faßt im Grunde schon in einem Satz zusammen, was zu diesem hervorragenden Film zu sagen ist: „Der strenge, zu Herzen gehende Film erzählt seine spröde Geschichte unterkühlt und macht doch auch das tiefe Leid als Hoffnung seiner Protagonisten erfahrbar.“
Jean und Laure, die einen Bergbauernhof betreiben, haben bei einem Feuer sowohl ihre Lebensgrundlage (Kühe) als auch ihre fünfjährige Tochter verloren. Laure sucht wegen ihrer psychischen Beschwerden nach dem Tod der Tochter Hilfe in einer Klinik, während Jean einen Job in einer Metallfabrik annimmt, da der Hof nicht genug Geld abwirft. In dieser Firma lernt er Kastriot und seine Schwester Labinota kennen, Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo. Gut wird im Film das Leid aus dem Kriegsgebiet dem Leid der Eltern Jean und Laure gegenübergestellt. Labinota ist verheiratet (worden – von ihrem Bruder), jedoch gilt ihr Mann als im Krieg verschollen. Über die Annäherung zu Labinota und den Kosovo-Albanern lernt Jean mit seiner Trauer umzugehen, während Laure sich über ihren Gesundungsprozeß wieder ihrem Mann annähern kann. „Sie dürfen nicht aufgeben!“, dieser schlichte, von Labinota in der Mitte des Films gesprochene Satz faßt die ‚Moral der Geschicht‘ zusammen. Kein Feuer im Winter spielt mit ruhigen Gestaltungselementen (verschneite Landschaft), kontrastiert mit Autofahrten, die Unruhe dokumentieren. Schön auch die Feuersymbolik – der Knecht, der Feuer in der Almhütte entzündet, das Jean aufgrund der Erinnerungen an seine Tochter sogleich löscht, dann jedoch Labinota, die das gleiche Feuer wieder entzündet, was diesmal von Jean angenommen wird. Zuletzt natürlich das Bild des Rabenpaares, das ein Leben lang zusammenbleibt – auch wenn im realen Leben Jean und Laures Tochter die Raben als Unglücksvögel sah. Schöne Symbolik in einem ruhigen, doch sehr mitnehmenden Film – eine echte Perle im Genre!
Film mit Aurélien Recoing, Marie Matheron, Gabriela Muskala, Blerim Gjoci u.a.
Regie: Greg Zglinski, Details @ Wikipedia

Krambambuli (1998)

Der Oberjäger im Konflikt mit dem „Ober“-Wilderer, ausgetragen über einen zunächst dem Wilderer gehörenden Jagdhund und die zunächst dem Jäger „gehörende“ Ehefrau. Eine melodramatische Geschichte um Treue und Verrat, mit herrlichen, fast märchenhaften Filmaufnahmen. Absolut empfehlenswert!
Zitat des Oberjägers: „Wenn einer ein Gewehr in der Hand hält und er wird erstochen, dann hat er ein zu weiches Herz.“
Film mit Tobias Moretti, Gabriel Barylli, Christine Neubauer, Nina Franoszek u.v.a.
Regie: Xaver Schwarzenberger, Verfilmung einer Novelle von Marie von Ebner-Eschenbach, Buch: Felix Mitterer; Details @ Wikipedia, Youtube: Lied

Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit (2015)

Das ist ein „neuer Heimatfilm“ im wörtlichen Sinne, da er sich kritisch mit einem Protagonisten des frühen Bergfilms auseinandersetzt. Genauer: mit Trenker – und Leni Riefenstahl, der Frage der Authentizität der Tagebücher von Eva Braun und ob Riefenstahl Hitlers Geliebte war. Spannend ist die Behandlung der Nationalitätenfragen in Bezug auf Tirol: Trenker zögert, sich politisch zu positionieren und bringt damit die Nazis gegen sich auf – auch wenn er später für Deutschland optiert und seinen Besitz in Tirol aufgeben muß. (…)
Film mit Tobias Moretti, Brigitte Hobmeier, Anatole Taubman, Arndt Schwering-Sohnrey u.v.a.
Regie: Wolfgang Murnberger, Details @ Wikipedia

Der Meineidbauer (2012)

Das gleichnamige Volksstück von Ludwig Anzengruber von 1871 wurde bislang 1915, 1926, 1941 und 1956 verfilmt, bevor sich 2012 Joseph Vilsmaier des Stoffes annahm und eine Fernsehfilm drehte.

In Kürze: Der Bruckner-Hof gehört zwei Stiefbrüdern: dem verwitweten, grantigen Franz (Sohn Toni) sowie Karl, der mit Anna und deren Tochter Marie zusammenlebt und nun heiraten möchte. Bei einem Autounfall (unklar: hatte Franz die Bremsen manipuliert?) stirbt Karl, der seinen Teil des Hofes per Testament Anna vermachen wollte. Doch Franz vernichtet das Testament und schwört vor Gericht dazu einen Meineid. Anna und Marie verlassen den Hof und ziehen in eine Stadt.
12 Jahre später arbeitet Marie in der Gastronomie des besagten Ortes, wovon ihre anreisende Mutter sie abbringen will. Anna fällt auf, daß der ehemalige Knecht des Bruckner-Hofes interessanterweise zu Reichtum gekommen ist. Mehr und mehr erfährt sie über die Vergangenheit und kann so doch noch den Meineid Franz‘ beweisen…

Ein eingängiger, „netter“ Film für zwischendurch. Es wäre sinnvoll, sich die früheren Verfilmungen zum Vergleich einmal anzuschauen, sofern sie noch erhältlich sind.
Der Film wurde im Herbst 2011 im Osttiroler Virgental gedreht.

Film mit Günther-Maria Halmer, Suzanne von Borsody, Heikko Deutschmann, Max Tidof, Josefina Vilsmaier, Monika Gruber…
Regie: Joseph Vilsmaier, Details zu Verfilmungen @ Wikipedia

Nanga Parbat (2010)

Die Tragödie der Messner-Brüder, der Tod von Günther Messner 1970 am Nanga Parbat, dem ‚Nackten Berg‘, auch Schicksalsberg der Deutschen genannt, verfilmt von Vilsmaier. Das Besondere hierbei: der Film ist nicht nur um objektive Darstellung einer Expedition bemüht, er muß auch Stellung zum Tode Günther Messners nehmen. Über dessen Todesumstände haben Reinhold Messner und andere Teilnehmer gestritten, da u.a. der Vorwurf im Raum steht, Messner habe seinen Bruder im Stich gelassen, weil er unbedingt die Diamirwand hinabsteigen wollte. Im Sinne dieses Konfliktes rezensieren viele Medien den Film. Man lese z.B. bei Monte-Welt.com (Link tot) nach, wo der Film als Reinwaschgang für Reinhold Messner bezeichnet
wird: „Und nun ein Kinofilm, der der Bundeskanzlerin Angela Merkel vorab gezeigt wird. Der im Beiprogramm des Kitzbüheler Hahnenkammrennens auf der größten Open-Air-Leinwand der Welt läuft. Der in Sportgeschäften, und nicht nur dort, mit monströsem Aufwand beworben wird. Es geht um viel, vielleicht um alles. Für Messner. Mit Vilsmaiers ‚Nanga Parbat‚ gewinnt er endgültig Deutungshoheit darüber, was wahr und wirklich ist – oder besser: sein könnte. Weil es sein Film ist. Bewegte und bewegende Bilder, die wahrscheinlich stärkere Spuren hinterlassen werden als jedes Buch und jedes Interview.“
Dann schaue man beim Spiegel vorbei, der den Expeditionsteilnehmer (und späteren Gegner Messners) Gerhard Baur interviewt hat. Auch dieser sieht einen Rechtfertigungsfilm Messners, dessen Sichtweise vom Regisseur Vilsmaier zu wenig hinterfragt worden sei. Details der Messner-Version seien fraglich bzw. es werden andere ausgelassen, z.B. was die Überschreitung des Gipfels angeht. Im Stern beschwert sich Herrligkoffers Sohn, daß sein Vater im Film völlig unzutreffend dargestellt wird („schwere Ehrverletzung eines Toten“). All die Rezensionen, die ich in den Tagen um den Kinostart gelesen habe, umschiffen diesen Konflikt meist und bleiben eher auf der Ebene der Betrachtung eines ‚Bergfilms‘. Deutlicher ein Blog, The Human Factor: „Trotzdem bleiben die Szenen, die die soziale Dynamik unter den Bergsteigern zeigen, relativ dünn und uneindeutig. Die direkte Rivalität wird unterspielt, nie voll auserzählt. An diesen Punkten wird spürbar, dass man die Seite der Messner-Gegner nicht allzu sehr provozieren wollte. Das ungute Gefühl, dass hier absichtlich Konflikte unter den Tisch gekehrt wurden, lässt einen nie ganz los.“
Nur der Tagesspiegel spricht offen an, was im Raum steht: „‚Nanga Parbat‚ schildert detailliert, wie sich Messner schnell als Wortführer und Vertrauensmann Herrligkoffers den Argwohn seiner Teamgefährten zuzieht, wie das Unternehmen am schlechten Wetter zu scheitern droht, wie er den Vorschlag macht, es wie Buhl mit einem Alleingang zu versuchen. Aber Florian Stetter ist als Reinhold viel zu nett, als dass sich Günther (Andreas Tobias) an ihm messen könnte. So bleibt Günthers fataler Entschluss, seinem Bruder zum Gipfel nachzusteigen, nur eine frustrierte Kurzschlussreaktion. Und man begreift auch wenig von Messners unerbittlichem Wesen, dass ihn lange vor Günthers Tod zum Alleingänger gemacht hatte. Sein Problem war nicht der Berg. Sondern der Bruder, der an seiner Seite bleiben wollte – aber nicht stark genug war.“

Diesen Text hatte ich bis hier vorgeschrieben, ohne den Film selbst gesehen zu haben. Ich las dann diese Kritik bei Klettern.de, die im Grunde zusammenfaßt („Schmierentragödie“) und auf einige „goofs“ (Schnitzer im Film) hinweist. Dort werden auch Ausschnitte der Pressekonferenz der Herrligkoffer-Stiftung wiedergegeben. Vor diesem Hintergrund hatte ich dann beschlossen, mir den Film nicht anzusehen, ihn quasi zu boykottieren. Ich möchte mich nicht einer 104minütigen Messner-Propagandaveranstaltung aussetzen. Die Rezensionen sprechen ihre Sprache: ein ‚biederer Bergfilm‘ mit hölzernen Charakteren, mit für 1970 tendenziell unüblichen modernen Kletterschuhen und Gore-Tex-Jacken. Der völlig überzeichnete Herrligkoffer, die vermutlich unhistorischen Worte, die dem Gipfelteam KuenScholz in den Mund gelegt werden, Zitat Klettern.de (s.o.): „Mit Verlaub, zwei inzwischen verstorbenen Menschen, die sich nicht mehr wehren können, ein solches, durch nichts zu belegendes Verhalten zu unterstellen, ist schäbig.“
Ich fürchte, die Kollaboration VilsmaierMessner ist für ersteren nach hinten losgegangen, weil er sich vorwerfen lassen muß, Messner habe ihn vor seinen Karren gespannt. Ich kann mich noch an ein Vilsmaier-Interview aus 2009 erinnern (DAV-Panorama oder Alpin, ich weiß es nicht mehr, aber relativ früh, ca. Sommer), in dem er ausdrücklich sagte, es werde nicht ‚Messners Version‘ verfilmt. So bleibt heute die Frage angesichts des vorliegenden Films, ob das so stimmt. Recht differenziert und auch ähnlich Messner-kritisch, wenn auch verhalten, fand ich die Bergauf, bergab-Sendung vom 14.1.10. Die Sendung enthält viele Szenen aus dem Spielfilm, aber auch Videoaufnahmen vom Fund der Überreste Günther Messners sowie der Bestattungsfeier. Nach Jahren habe ich mir den Film, als er im Fernsehen lief, dann doch angeschaut. Das hat an der kritischen Haltung nichts verändert.
Weitere Pressestimmen: Nürnberger Zeitung (Link tot): „Nein, leider ist gar nichts in Ordnung in diesem, filmästhetisch gesehen, deutschen Mittelgebirgsfilm.“
Frankfurter Rundschau (Link tot): „Es ist schon erstaunlich, wie bei Joseph Vilsmaier alle Straßen immer ins ‚Dritte Reich‘ führen. (…) Selbst als Kameramann bleibt Vilsmaier dieses Mal hinter den Erwartungen zurück.“
Badische Zeitung: „Psychologisch auf den Hahnenkampf zweier Egomanen eingedampft, befindet sich auch diese Beziehung, die Anzeichen eines Vater-Sohn-Konfliktes in sich trägt, auf bräsigem Fernsehfilmniveau. Ein flacher Bergfilm.“
ARD Kultur (Link
tot): „Bedauerlicherweise bleibt das echte filmische Drama etwas im Ansatz stecken. Die beiden Schwerpunkte – die komplexe Beziehung zwischen den Brüdern und Reinholds schwieriges Verhältnis zu Herrligkoffer – werden nicht entsprechend beleuchtet.“
Die Welt: „Und dennoch bleibt man am Ende des Films ratlos und seltsam unberührt zurück. Wohl auch, weil man allzu sehr glaubt, einer reinen Rechtfertigungskampagne Reinhold Messners beigewohnt zu haben. Ein wenig differenzierter hätte das Ganze schon werden können.“
Regie: Joseph Vilsmaier, Offizielle Filmseite (mittlerweile ohne Inhalte), Details @ Wikipedia (leider ohne auf die kritische Rezeption tiefer einzugehen), Interview mit Vilsmaier, Making-of-Filme bei YouTube: Teil 1, 2, 3, Youtube: Trailer

Nordwand (2008)

Diesen Film über die mißglückte 1936er Durchsteigung der Eigernordwand, bei der die Bergsteiger Toni Kurz, Andreas Hinterstoisser, Willy Angerer und Edi Rainer starben, bezeichnet die Münstersche Zeitung (Link tot) als „Kombination aus klischeebefreitem Heimatfilm und Abenteuerdrama“. Das ist harmlos formuliert, erntete das Werk doch u.a. Kritik wegen der Darstellung des Nazihintergrunds (die von manchen Medien als zu unkritisch gesehen wurde) und der Einflechtung der Frau Wokalek, die völlig unhistorisch beim Tod des Toni Kurz anwesend ist. Mir hat gerade dieser letzte Aspekt nicht gefallen, ja, beim Schauen empfand ich es gar als sehr pietätslos, aus Kurzens Tod eine solche Herz-Schmerz-Affäre zu machen – das haben die vier Toten nicht verdient. Mir hat dieses Ende den kompletten Film verdorben, der bis dahin sowieso nicht so übermäßig punkten konnte. Die seichte Kost wird sozusagen durch das Finale abgerundet, was bedeutet, daß ich den Film garantiert kein zweites Mal ansehen werde. Schade eigentlich, denn vom Ansatz her benötigen ‚wir‘ Filme wie diesen, die das Genre wiederbeleben. (Nebenbei: der Goethe-Film von Stözl (von 2010) gefällt mir sehr gut, Der Medicus hingegen von 2013 ist wieder so ein kitschiger, flacher Film.)
Film mit Benno Fürmann, Florian Lukas, Johanna Wokalek u.a.
Regie: Philipp Stölzl, Bericht @ BR, Website zum Film, Info @ Wikipedia, Artikel: Tod am Berg (nicht mehr online), Youtube: Trailer

„Die Eiger-Nordwand ist eine Wand der Superlative, 1800 Meter hoch, nicht der höchste, aber der bedrohlichste und imposanteste Steilabbruch der Alpen. Die klassische Nordwandroute der Erstbegeher, vor fast 60 Jahren erfolgreich durchmessen, zieht sich vier Kilometer lang kreuz und quer durch die Wand, verläuft zu fünfzig Prozent im Eis mit einer Neigung bis zu 60 Grad, die andere Hälfte über meist brüchiges Felsgelände. Nur zwanzig Prozent führen über festen Fels des IV. und V. Schwierigkeitsgrades.“
Heiner Geißler aus Bergsteigen (dtv, 2008)

Nur ein Sommer (2008)

Eine Komödie (SZ (Link tot): „Mischung aus romantischer Komödie, Heimatfilm und Sozialstudie“) über (nicht-gewollte) Liebe: Die arbeitslose Melkerin Eva aus Eberswalde nimmt einen Job auf einer Schweizer Alm an, wozu sie ihren Partner und ihren Sohn zurücklassen muß. Sie beeindruckt den Bergbauern Daniel mit ihrer Arbeitseffizienz, dieser verliebt sich in Eva. Beide kommen sich bei Arbeiten im Unwetter näher. Letztlich entbrennt ein Streit zwischen Daniel, Mehmet von der Nachbaralm und dem zurückgelassenen Freund in Eberswalde. Eva sagt, sie wolle keinen (neuen) Mann, aber am Ende hat sie doch durch einige Krisen hindurch den Mann, der wohl am besten zu ihr paßt. Der im Berner Oberland bei Interlaken und im Raum Bettenalp / Harzisboden gedrehte Film ist ein kurzweiliges Werk für zwischendurch, nett anzuschauen, mit Happy-End, ein wenig sozialkritisch, aber ohne allzu großen Tiefgang.
Film mit Anna Loos, Stefan Gubser, Stephanie Glaser…
Regie: Tamara Staudt; NurEinSommer.ch (Domain nicht mehr registriert), Youtube: Trailer

Räuber Kneißl (2008)

„Ich kann kein Unrecht leiden, ich kann mich nicht beugen, lieber geh‘ ich selber zu Grunde“ (sic!).
Mit diesem Zitat des historischen Mathias Kneißl (1875-1902) läßt Rosenmüller seinen Spielfilm beginnen. Zwischen Unrecht leiden und Unrecht tun, ist dann aber wohl doch ein Unterschied, den Herr Kneißl nicht so realisiert. Der Film beginnt mit der Darstellung der Familienverhältnisse, der Konflikte mit Kirche und Polizei, dem Wildern. Nach einem Kirchenraub sitzt Kneißl 9 Jahre ein, danach plant er mit seiner Liebsten Mathilde ein neues Leben in Amerika. Doch Arbeitgeber scheuen sich, den ‚Zuchthäusler‘ einzustellen, der frühere Dorfpolizist geht seinerseits erneut in den Konflikt mit Kneißl. So wird dieser in eine neue Straftat hineingezogen. Der Film wird von den Kritikern auch als ‚Bayerischer Western‘ bezeichnet. Mir kam er in Teilen eher als Gaunerklamauk vor, dann folgten wieder ernste Szenen. ‚Warm‘ bin ich mit dem Film nicht geworden.
Film mit Maximilian Brückner, Maria Furtwängler, Brigitte Hobmeier, Adele Neuhauser u.a.
Regie: Marcus H. Rosenmüller, Infos @ MovieNetFilm, Details @ Wikipedia, Mathias Kneißl @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Rauhnacht (1984)

Ein Hausierer stellt auf einem verschneiten Hof im Jahre 1930 seine Kraxe ab und wandert zu einem anderen Hof weiter, wo er eine Puppenstube abgeben und die Weihnachtsnacht verbringen will. Dort erzählt er, seine Frau sei verstorben, sein Bub sei bei anderen Leuten zum Arbeiten, weil Geld verdient werden müsse. Unterdessen bemerkt der Sohn des ersten Bauern, ein Wilderer, daß sich in der Kraxe etwas rührt. Aus Angst (?) löst sich ein Schuß, der einen Jungen tötet, der sich in der Kraxe befand. Bei der Untersuchung der Kraxe finden sich Schlüssel und Dietriche. Der Hausierer holt am ersten Weihnachtstag die Kraxe ab und verschwindet; der Film endet mit der Einblendung: „Niemand hat je erfahren, ob das Kind im Korb der Sohn des Hausierers war. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob dieses Kind zum Dieb abgerichtet war. Es gab kein Gerichtsverfahren, denn der Hausierer kam nie wieder.“
Der ca. einstündige Film ist von unglaublicher Düsterkeit und sehr eindringlich – ein Geheimtip!
Film mit Kelle Riedl, Max Wallner, Franz Winter, Marie Penzkofer, Karl Sterr u.a.
Drehbuch und Regie: Jo Baier (dies ist sein Debütfilm), Bayerischer Rundfunk 1984

Schatten der Erinnerung (2009/10?)

Deutsch-österreichische Koproduktion nach Motiven Ludwig Ganghofers, gedreht wurde in der Steiermark. MoviePilot attestiert: „…mit dem Tiefgang einer Styropor-Platte“ (…)
Film mit Christine Neubauer, Uschi Glas, Julia Stemberger, Thure Riefenstein, Michael Mendl u.a.
Regie: Hartmut Griesmayr (der ansonsten v.a. Tatort-Folgen dreht), Drehbuch: Brigitte Blobel, Konstanze Breitebner, Erstausstrahlung in der ARD 28.5.2010

Schiefweg

Siehe Wildfeuer

Schlafes Bruder (1995)

Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Schneider: Dieser monumentale, beklemmende Film ist am ehesten mit der Atmosphäre in Höhenfeuer zu vergleichen. Ein musikalisches Genie, hineingeboren in die Armut des Bergweilers Eschbach, wird Elias von zwei Personen geliebt, kann jedoch die Liebe nicht im körperlichen Sinne erwidern. Als er Elsbeth seine Liebe gesteht, ist es zu spät: ihr homosexueller Bruder zündet das Dorf an, sie selbst, nun Frau eines anderen, wird Elias nur noch einmal in einer Kathedrale spielen hören, bevor er aus Gram über den Verlust seiner Geliebten beschließt, nicht mehr zu schlafen, bis der Tod ihn erlöst. Dieser Film ist ein Highlight des Genres und eine absolute Empfehlung! Gedreht wurde in Gaschurn im Montafon, in Vorarlberg und St. Anton am Arlberg sowie in Kutná Hora (Tschechische Republik).
Film mit Dana Vávrová, Ben Becker, André Eisermann u.a.
Regie: Joseph Vilsmaier, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Sennentuntschi (2010)

(…)
Regie: Michael Steiner, Offizielle Filmseite (mit Trailer), Filmkritik (Cineman.ch)

Die Siebtelbauern (1998)

Der Schwerpunkt des Regisseurs liegt wohl im Bereich der Thriller. Davon hat Die Siebtelbauern auch ein wenig, es ist eine gute Symbiose aus Spannung, Humor und Gesellschaftskritik, der Regisseur spricht von einem „Alpenwestern und Heimatfilm“ ( Quelle). Der Bauer eines größeren Hofes mit 10 Mägden und Knechten wird von einer älteren Magd ermordet. Per Testament vererbt er den gesamten Besitz diesen 10 Personen, die nun von Unterprivilegierten zu gleichrangigen Hofbesitzern des Ortes aufgestiegen sind. Im Spannungsfeld mit der traditionellen, etablierten Bauernschaft entwickelt sich ein sehr eigenartiges, an diverse „Kommunen“ der 68er-Zeit erinnerndes Hofleben. Der Humor kommt nicht zu kurz, so z.B. in der Szene, in der die beiden ehemaligen Knechte („Wir sind alle ‚der Bauer‘ jetzt!“) Severin und Lukas gemeinsam ans Bauernhaus pinkeln, weil es jetzt ja „unser Hof“ ist. Von den „Zehntelbauern“ auf Siebtelbauern geschrumpft, steigern sich die Konflikte, bis Lukas den ehemaligen Großknecht, der sich auf die Seite der Dorfbauern gestellt hat, in Notwehr erschlägt. Es wird im Verlauf des Films deutlich, daß eine Art (sozialer) Fluch über dem Erbe liegt: Der „Knecht“ Lukas ist der uneheliche Sohn des verstorbenen Bauers, entstanden als „Produkt“ einer Vergewaltigung der Magd Rosalind. Zwischen den Siebtelbauern und den v.a. durch Danninger vertretenen, traditionellen Großbauern entbrennt ein richtiger Kleinkrieg mit Szenen, die an einen Western erinnern. Lukas wird erschossen, der Traum der Siebtelbauern zerfällt, Magd Emmy und Knecht Severin wandern nach USA aus, jedoch nicht ohne Rache an Danninger zu nehmen. Der Film glänzt durch herrliche, im österreichischen Mühlviertel gedrehte Landschaftsaufnahmen und durch eine „Beschwingtheit“ und elementare, erdige Lebenszugewandtheit, die schon einer Revolte gleichkommt – zwar nicht gegen die „moderne Welt“, sondern gegen das „Establishment“. Der humorige Unterton („sie ließ sich vom Elefantenbändiger ein Kind machen“) kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß hier ein alternatives Lebensmodell an der Starrheit des „Systems“ scheitert. Das System und sein Gegenentwurf basieren nicht unerheblich auf Gewalt, schließlich waren der Erbfall selbst sowie einer der Hauptakteure, Knecht Lukas, Produkte von Gewalt. Die Moral von der Geschicht‘? Die gibt es nicht, würde ich sagen. Es ist ein Film, der zeigt, wie es gehen kann, wenn unvereinbare Interessen und Ansichten aufeinanderprallen und sich als Lösung nur offene und verdeckte Gewaltanwendung anbietet. Der Unterhaltungsfaktor kommt dennoch nicht zu kurz – Die Siebtelbauern ist eine episodenhafte Erzählung über Menschen, die ihren Verhältnissen nicht entkommen können – außer vielleicht durch Flucht ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.
Film mit …….
Regie: Stefan Ruzowitzky, Details @ Wikipedia

Sommer der Gaukler (2011)

(…)
Film mit Max von Thun, Lisa Maria Potthoff, Nicholas Ofczarek, Michael Kranz u.v.a.
Regie: Marcus H. Rosenmüller, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Sternsteinhof (1975/76)

Ein „herzbewegendes Bauernmelodram“ ( Deutsches Filmhaus) nach dem Roman von Ludwig Anzengruber, gedreht in Griesbach im Rottal. Der um 1900 spielende Film behandelt das Thema der Habgier, hier der Gier nach materiellem Wohlstand, von der die arme Bauerstochter Leni angetrieben wird. Als Kind erlebt sie, wie ihr Vater bei der Arbeit für den Großbauern Stadelhofer vom Sternsteinhof (fortan Ssh.) ums Leben kommt und der Arbeitgeber noch „großzügig“ den ganzen Tageslohn an die Witwe zahlt. Für Leni ist da schon klar, daß sie aus der Armut heraus will. Das Ziel ist: Bäuerin auf dem Ssh. zu werden, der wie eine befestigte Burg auf einem Hügel thront. 10 Jahre später ist Leni zu einer hübschen jungen Frau geworden, die vom ebenfalls am Rande der Existenz lebenden „Heiligenschnitzer“ Muckerl umworben wird. Leni nutzt diesen aus (und seine Geschenke, die sie vom ‚Bettelweib‘ zur ‚Prinzessin‘ machen), um die Aufmerksamkeit des Sohnes des Bauern vom Ssh. zu erregen, der jedoch gemäß einer Vereinbarung der Väter einer anderen Frau von einem ähnlich reichen Hof versprochen ist. Toni, der als vor dem Vater letztlich doch kuschender Grobian dargestellt wird, gibt Leni ein schriftliches Versprechen, daß er sie zu seiner Bäuerin machen wird, worauf der Vater ihn kurzerhand für 4 Jahre zum Militärdienst einziehen läßt. Leni, die von ihm schwanger ist und in einer demütigenden Szene eine Absage an ihre Zukunftspläne vom Großbauer bekommt, heiratet aus Not Muckerl, ein Zweckbündnis von dem sie sagt: „ich hab den Muckerl auch geheiratet, aber was ist schon a Heirat!?“.
Vier Jahre später, nach der Rückkehr von Toni suchen Leni und er nach einem Weg, der sie zueinander führen wird. Toni, der zwischenzeitlich gemäß seines Vaters Wunsch geheiratet hat, spekuliert darauf, daß seine Frau im Kindbett sterben wird, eine Gefahr, die ihm auch von Leni zugetragen wird. Diese hilft aktiv nach, als ihr Muckerl mit einer Lungenentzündung im Sterben liegt, indem sie das Fenster neben dem Kranken öffnet und ihm das Bettzeug wegnimmt… In der Schlußszene des Films sieht man Leni bei Muckerls Beerdigung am Grab stehen, als auf dem Ssh. die Totenglocke für Tonis Frau zu läuten beginnt. Sofort verläßt Leni die Trauergemeinde und geht den Hügel hoch zum Ssh. Der Abspann erklärt noch, daß Toni im 1. Weltkrieg fiel und Leni als beliebte Großbäuerin auf dem Ssh. herrschte. So bleiben die Worte Muckerls auch als Motto des Films übrig: „manchmal glaub ich, sie hat kein Herz.“ Der Film, wohl auch aufgrund seines Alters in düsteren, tristen Farben, wirkte auf mich ähnlich beklemmend wie Rauhnacht.
Von der Anfangsszene, dem Abfahren von Holzstämmen mittels Schlitten, an liegt eine unheilvolle Stimmung über ihm, die sicher v.a. von Lenis emotionaler Kälte getragen wird. Durch die recht prüde 70er-Jahre-Darstellung in Verbindung mit den knappen Dialogen und der kargen Landschaft entsteht das Bild eines großen Schicksalsschlusses, der unabänderlich – getrieben von Lenis Energie – auf sein Ende hin geht. Dies ist ein Film, der eine Brückenfunktion zwischen den alten Heimatfilmen und den neuen einnimmt.
Film mit Katja Rupé, Tilo Prückner, Peter Kern, Gustl Bayrhammer…
Regie: Hans W. Geißendörfer, Details @ Wikipedia

Still (2014)

Uschi, eine „idealistische Bäuerin im bayrischen Oberland“ (Filmstarts) lebt einen Sommer auf einer Alm, wo die Tiere den Rhythmus der Tage bestimmen. Es folgen Auseinandersetzungen mit den Eltern um deren Hof, Uschi wird schwanger, aber sie verliert nie ihr Ziel des einfachen Almlebens aus dem Sinn. Die Dokumentation in Schwarz-Weiß begleitet die junge Bäuerin über 10 Jahre und zeigt, wie sich die Lebens- und Produktionsbedingungen ändern.
Film von Matti Bauer

Tannöd (2010)

Alle 6 Bewohner des Tannöd-Hofes werden erschlagen, darunter auch die neue Magd. Der Mörder wird nicht gefunden. Zwei Jahre später kommt Katie in den Ort, da ihre Mutter, Magd auf einem anderen Hof, verstorben ist. Sie findet Briefe der Mutter an Danner, den Tannöd-Bauern, in denen sie ihm droht, ihn anzuzeigen. Auf dem Beerdigungskaffee kommt es zu einem wortreichen Austausch darüber, wie die Tannöd-Bewohner ermordet wurden. Der Film arbeitet mit vielen Rückblenden, die z.T. gleiche Szenen in der Wahrnehmung unterschiedlicher Charaktere erzählen. Früh wird klar, daß Danner seine mittlerweile erwachsene Tochter Barbara mißbraucht. Jeder im Dorf scheint einen kleinen Teil der Wahrheit zu kennen, so auch der Pfarrer, mit dem Barbara sich im Wald trifft. Bald werden zwei Dinge klar: Auch Katie, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, wurde von Danner gezeugt. Beim Mord auf dem Tannödhof wurde nichts gestohlen, außer einem kleinen Amulett, das Barbara trug. Der Mord, der eigentliche Tathergang ist für Krimi-Liebhaber extrem simpel: Der Bauer Hauer hatte sich in Barbara verliebt, ihr besagtes Medaillon geschenkt. Barbara sollte sich den Hof überschreiben lassen, den Vater verjagen, Hauer als Bauer und Mann auf den Hof holen. Als Barbara so nicht handelt, tötet Hauer alle – und nimmt das Medaillon wieder mit. Es gibt etliche Seitenstränge, z.B. ist der zu Anfang und am Ende eingeblendete Landstreicher, der Zeuge der Morde wurde, ebenso Außenseiter und Beobachter wie Katie. Viel wichtiger als der Ablauf der Morde ist die Stimmung im Dorf, auch die düstere Naturstimmung. Immer wieder werden christliche Gebete eingeflochten – die Religion spielt ihre Rolle im Ort und in den Geschehnissen. Im ganzen Dorf herrscht ein Schweigen, doch jeder weiß oder ahnt etwas. In diesem Sinne wirft Traudl, die Schwester der ermordeten Magd, den Dorfbewohnern vor: „Ihr seids alle gute Menschen, aber wenn dann Sechse erschlagen werden, da wars der Deuwel.“
Der Film lebt von dieser Beschreibung eines Dorfes mit seinen vielfältigen Verflechtungen der Bewohner. Man spioniert sich aus, man „weiß“ etwas, ohne aber darauf zu reagieren. Es brodelt unter der Oberfläche, doch nichts rührt sich, die Dorfgemeinschaft existiert unter hohem sozialem Druck: Standesunterschiede, Konventionen, das religiöse Korsett. Wenn dann im Schlußbild Katie und der Landstreicher fliehen und der Schnee alles zudeckt, weiß auch der Zuschauer, wer der Mörder ist, aber auch, daß er nicht belangt werden wird, weil niemand etwas sagt. Wer einen Krimi erwartet, wird enttäuscht, daher vermutlich auch die z.T. schlechteren Kritiken. Der Mitte der 50er Jahre angesiedelte Film wurde im Kreis Siegen-Wittgenstein und in der Eifel gedreht. Er hat als reale Vorlage (neben dem Roman) einen realen Mordfall auf dem oberbayerischen Einödhof Hinterkaifeck im Jahr 1922.
Film mit Julia Jentsch, Monica Bleibtreu, Volker Bruch u.a.
Regie: Bettina Oberli, basierend auf dem Krimi von Andrea Maria Schenkel; Details @ Wikipedia, Offizielle Seite des Films, Info bei MoviePilot, Rezension Welt.de, Rezension News.de, Youtube: Trailer

Totentanz (2009)

(…)
TV-Heimatdrama mit Gabriel Raab, Rosalie Thomass, Michael Mendl u.a.; Erstlingswerk von Regisseur Corbinian Lippl; Rezension in der SZ

Der Verdingbub (2012)

Film über einen Schweizer Waisenjungen, der als „Verdingbub“ zu einem Bauern kommt, wo er in den Konflikten der Familie bis zum Ende bestehen muß. Die Mitteldeutsche Zeitung: „Man mag es heute kaum glauben, doch in der zivilisierten Schweiz wurden jährlich bis zu 10000 Waisen, Scheidungs- und unehelich geborene Kinder an landwirtschaftliche Betriebe ‚verdingt‘, wo sie für Kost, Logis und ein bisschen familiäre Wärme meist sehr hart arbeiten mussten und praktisch Sklavenstatus hatten. Die Verantwortlichen in Kirche und Staat kniffen beide Augen zu. Nicht allen erging es so schlecht wie den gequälten Kindern in Markus Imbodens Tragödie. Doch erst in den letzten Jahren ist diesem düsteren Kapitel der Schweizer Geschichte Aufmerksamkeit gewidmet worden. Der Film ist ein Querschnitt aus den schlimmsten Schicksalen.“
Der Bösiger-Bauer vom Schattenhof existiert am Rande des Existenzminimums. Verdingkinder aus Waisenhäusern bzw. Heimen werden auf dem Hof als billige Arbeitskräfte eingesetzt, zudem kassiert man das Kostgeld für die Kinder ein. Als Ersatz für ein totes Verdingkind kommt Max auf den Hof. Frühmorgens steht als erstes die Stallarbeit an, im Anschluß gehen Max und die später hinzugekommene Berteli zur Schule, am Nachmittag ist weitere Arbeit auf dem Hof angesagt. Der Schattenhof ist jedoch bereits ohne Verdingkinder von Konflikten geprägt. Da ist der zwischen Bauer und Bäuerin, letztere gespielt von Katja Riemann, die mir in dieser Rolle gar nicht gefallen hat, da sie nicht düster genug ist / spielt. Die Bäuerin läßt Berteli sagen, der Bauer sein ein „Vieh“. Sie wirft ihm vor, das wenige Geld noch zu vertrinken. Weiterhin besteht ein Konflikt zwischen dem Bauer und seinem Sohn Jakob, der vom Militärdienst zurück ist, dort auch ein Angebot zur Ausbildung zum Offizier ausgeschlagen hat, um auf dem väterlichen Hof arbeiten zu können. Er buhlt um Anerkennung vom Vater, die dieser ihm nicht geben kann. Wenn der Bösiger-Bauer später dem Jakob den Hofschlüssel in die Hand drückt, damit er sich nun an der Bewirtschaftung versuchen kann, ist das weniger Anerkennung des Sohnes als vielmehr Aufgabe und Resignation seitens des Bauers. Dieser Konflikt führt direkt zu einem zwischen Jakob und Max, denn letzterer wird vom Bauer wegen seiner guten Arbeit anerkannt und dem eigenen Sohn fast schon vorgezogen. In der Schule entwickelt sich aus Max‘ Begabung für das Handorgelspiel ein lebhafter Musikunterricht, bei dem Tango-Musik einen sehnsuchtsvollen Kontrast zum armen Leben bildet. Die Situation auf dem Hof spitzt sich zu: Berteli darf nicht mehr in die Schule, weil sie die Großmutter pflegen muß. Aufgrund der vielen Arbeit ist Max ständig müde. Bei einem Fest kommt es – abseits des Hofes – zur Eskalation: als Jakob sich an die Lehrerin heranmacht, obwohl diese es ablehnt, verprügelt Max den Bauernsohn, der wiederum als Rache Max‘ Handorgel verbrennt.
In dem Moment, in dem der Bauer sich vom Hof und damit auch von Max zurückzieht, wird Jakobs Herrschaft zum Terror, z.B. vergewaltigt er Berteli solange, bis sie schwanger wird. Hilfe wird nicht mehr gewährt / erreicht, die Ereignisse sind unumkehrbar: Obwohl Berteli in der Stadt bei ihrer Mutter Zuflucht sucht, bringt deren neuer Partner sie wieder zurück zum Hof. Obwohl die Lehrerin sich beim Gemeindepräsidenten beschwert, eine Untersuchung des Schattenhofs fordert, passiert nichts, im Gegenteil: ihr wird gekündigt. So muß kommen, was nicht mehr zu verhindern ist: Jakob bringt Berteli um, seine Mutter, die vorher eine Fehlgeburt herbeigeführt hatte, deckt den Vorfall, der jedoch letztlich von Max und dem Bauern aufgedeckt wird, als Gendarmen den Hof besuchen. Der Bösiger-Bauer triumphiert: „Wer ist jetzt das Vieh?“, fragt er seine Frau. Mit Hilfe eines Schlachters, selbst früher wohl Verdingbub gewesen, kann sich Max absetzen und nach Argentinien flüchten. In der Schlußszene sieht man einen alten Mann mit einem Akkordeon auf der Bühne sitzen, der Tango spielt.
Film mit Katja Riemann, Stefan Kurt, Max Simonischeck, Max Hubacher u.a.

Regie: Markus Imboden; Webseite Verdingbub.de, Kritik @ zurückgespult, Interview mit dem Regisseur.
Verdingkinder erhalten Entschädigung – Meldung der Tagesschau Anspruchberechtigte: ca. 15000 Personen, Zahlung zwischen 20000 und 25000 Franken.

Die Verzauberung (2007?)

Tragikomödie um zwei Familien, bei denen die „dünne Bergluft“ zu manchen emotionalen Verwirrungen während des Urlaubs führt, so daß sich die Erwachsenen untereinander mal eben neu verlieben. Kurzweilig, sehr schön gemacht.
Regie: Wolfram Paulus, Details @ BR

Volkskrieg – Ein Heimatfilm (2008)

Beschreibung: „Fünf Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen sich auf einer Almhütte, bilden eine – nicht nur – kulturell vielfältige Gemeinschaft. Sie schicken sich an, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher Selbstverständlichkeit soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen.“ (@ firststeps / Nachwuchspreis)
Österreichischer Film mit Alev Irmak, Zhou Wang, Thomas Hosek u.a.
Regie: Jan Pirker; Kurzbesprechung @ Oktoskop

Waldrausch (1977)

Die m.W. dritte Verfilmung (1939, 1962, 1977) des gleichnamigen Romans von Ludwig Ganghofer. Die Dreharbeiten fanden vom 16. Mai bis 9. Juli 1977 im Berchtesgadener und Salzburger Land statt. Die Uraufführung des Films war am 7. September 1977 in den Kur-Lichtspielen in Berchtesgaden. Thematisch geht es um den Konflik der Dorfbewohner mit den zu einem niedrigen Lohn angeheuerten italienischen Gastarbeitern zum einen, zum anderen um den jungen Architekt Ambros Lutz, der sich in die (verheiratete) Fürstin verliebt. Beide Stränge treiben auf ein stürmisches Finale hin.
Mehr als z.B. der Sternsteinhof ist dieser Film im Klischee des typischen Heimatfilms verhaftet: teils sehr hölzernes Spiel, einfache, vorhersehbare Dialoge, Herzschmerz und Vorurteile platt verpackt. Interessant ist die Figur des Waldrauschers, eines einzelgängerischen Alten, der sich in Kräuterheilkunde auskennt und die Gabe hat, zu jeder Tages- und Nachtzeit plötzlich am richtigen Ort zu sein.
Film mit ……
Regie: Horst Hächler, Details @ Wikipedia

Die Wand (2012)

Eine Frau auf einer einsamen Jagdhütte (Martina Gedeck, als eine von nur 6 Personen im Film) merkt plötzlich, daß sie durch eine unsichtbare Wand von der Außenwelt abgetrennt ist. „Horror und Heimat“, schreibt der Kurier zum Kinostart in Österreich am 5.10.2012, obgleich die Wand bald in den Hintergrund tritt, weil die Frau lernt, sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Sie hält sich mit etwas Landwirtschaft und (widerwillig) der Jagd über Wasser. Intensiv werden ihre Beziehungen zu den Tieren (Hund, Kuh, Katzen) geschildert, zu denen später noch eine weiße Krähe kommt, eine Außenseiterin, vom Schwarm verstoßen – ein Bild für die Frau. Die Ich-Erzählerin, die ihre spärlichen Tagebuchnotizen zu einem großen Ganzen vereint (bis ihr das Papier ausgeht), ergeht sich in philosophischen Reflektionen zu ihrer Situation, der Stellung des (einzigen) Menschen in der Tierwelt, der Jagd. Der Film spart nicht mit drastischen Szenen, z.B. dem Todeskampf eines geschossenen Rehbocks oder der in Nahaufnahme gezeigten Geburt eines Kalbs. Der jahreszeitliche Wechsel bildet eine eigene Symbolik: der erste Winter stellt einen quasi initiatorischen Übergang dar, wonach im Frühjahr und mit dem Aufstieg zu einer Alm erhabene, urromantische Bilder die Ausgeglichenheit der Frau zeigen. Sie stellt fest, daß sie früher stolz auf ihr eigenes, einzelnes Leben war, während sie dies nun als lächerlich empfindet, da sie als eine Existenz unter vielen in die Natur eingetaucht ist. Wenn es dann heißt, sie sei „in eine neue Ordnung“ hineingewachsen, dann ist das die Grundaussage des Films. Auf der Höhe ihres einsamen Daseins sagt die Frau von sich, sie sei „besänftigt“, aber nicht zufrieden oder glücklich. Dieses fast schon transpersonale Glück in der Natur endet, als plötzlich ein bärtiger Mann auftaucht, der das Kalb (dann bereits Jungstier) sowie den Hund tötet. Die Frau erschießt ihn, begreift das aber als eine Art Sündenfall. Von der innigen Beziehung zum Hund, die über die Kuh Bella weitergetragen wird, ist es ein steter Abfall in der Nähe und Innigkeit hin zur weißen Krähe, die am Ende des Films dominiert. Ich war von diesem Film, den ich als billigen Verschnitt von Horror- und Heimatfilm antizipierte, sehr überrascht. Nach einmaligem Schauen hat man sicher nicht alle Nuancen verstanden, so daß es sich lohnt, den Film mehrfach zu sehen.
Im Gosautal (Nähe Dachstein) gedrehter Film von Julian Pölsler, nach dem Roman von Marlen Haushofer; Infos @ Wikipedia

Der Weibsteufel (2000)

(…)
Fernsehfilm von Jo Baier nach dem Drama von Karl Schönherr

Wenn die Sonne nicht wiederkäme / Si le soleil ne revenait pas (1987)

Info von tvinfo.de: „Der als Seher und Prophet angesehene Kräutersammler Anzevui verkündet den Bewohnern eines abgeschiedenen Walliser Bergdorfes zum Ausgang des Winters 1937, dass die Sonne nie mehr aufgehen werde. Die finstere Prophezeiung versetzt die Leute in unterschwellige Panik, bis eine junge Frau durch ihre lebensbejahende Haltung einen Stimmungswechsel bewirkt.“
Film mit Charles Vanel, Catherine Mouchet, Philippe Léotard…
Regie: Claude Goretta, Infos @ Wikipedia (engl.), Frankreich / Schweiz 1987

Wer früher stirbt, ist länger tot (2006)

Tragikomischer Film mit dem Lausbuben Sebastian im Mittelpunkt und ganz viel Verwicklungen zum Thema Tod. Sebastian glaubt, wegen seiner Sünden (u.a. starb seine Mutter bei seiner Geburt) ins Fegefeuer zu kommen. Dem entgeht er nur, wenn er unsterblich wird. Das wiederum geht, wenn er sich fortpflanzt (weswegen er seine Lehrerin gemäß der Ratschläge aus dem Gasthof seines Vaters fragt, ob sie mit ihm „vögeln“ wolle) oder als Musiker erfolgreich wird. Also übt er sich im Gitarrenspiel, verkuppelt seinen Vater mit seiner Lehrerin, rettet deren Mann vor dem Liebeskummer-Selbstmord usw. Im Grunde ein erdiger Film, dessen viele „Gags“ doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß eine ernste Thematik behandelt wird. Vielleicht soll dies auch ausgesagt werden: nimm das Leben mit Humor (- den Tod erst recht).
Der Regisseur, M.H. Rosenmüller, sieht seine(n) Film(e) im übrigen nicht als „moderne Heimatfilme“: „Nicht von mir werden die so bezeichnet. Zum Beispiel in ‚Wer früher stirbt, ist länger tot‘ gibt es ein paar Berge, ansonsten geht es um einen kleinen Bub, der große Fragen stellt und dafür angelogen wird. Auch weil es keiner weiß, wie es weiter- geht. Und das ist die große Frage, ansonsten gibt es Berge, das ist sicher eine Basis meiner Filme, aber Heimatfilme sind es nicht.“ [ Ludwigsburger Kreiszeitung]
Film mit ……
Regie: Marcus H. Rosenmüller, Details @ Wikipedia, Youtube: Trailer

Wer’s glaubt, wird selig (2012)

(…)
Regie: Marcus H. Rosenmüller, Interview mit Rosenmüller beim Stern

Wetterleuchten über dem Zillertal (Der gestohlene Himmel) ()

ARD-Info über den Film: „Mit ‚Wetterleuchten über dem Zillertal‚ inszenierte Theo Maria Werner einen modernen Heimatfilm, der grundlegende Fragen über Moral und Gewissen thematisiert. In der Tradition von Alfred Hitchcocks Melodram ‚Ich beichte‘ erzählt der Film von einem Pfarrer, der durch die Bürde des Beichtgeheimnisses in einen schweren Gewissenskonflikt gerät.“
Film mit Siegfried Rauch, Hans Holt, Christine Böhm, Maria Andergast, Thomas Ohrner, Walter Seldmayr u.v.a.
Regie: Theo Maria Werner, Details @ Wikipedia

Wildfeuer (1991)

Wildfeuer ist der zweite Film Jo Baiers über die bayerische Dichterin Emerenz Meier. Der Erste, Schiefweg (1986), erzählt die Kindheit der Dichterin, während dieser Film sich mit der Zeit bis zur Emigration in die USA befaßt. (…..)
Film mit ….
Regie: Jo Baier; Gedichtauswahl E. Meier

Winterdieb / L’enfant d’en haut (2012)

Sozialdrama (Kinostart 8.11.12): Zwei elternlose Kinder in den Schweizer Bergen leben davon, daß der Junge täglich mit der Seilbahn hoch ins Skigebiet fährt, dort die Touristen bestiehlt und diese Dinge im Tal wiederum verkauft. „Hier die kalte, technisch hochgerüstete Welt der Superreichen, dort die triste Siedlung, in der man von der ach so schönen Landschaft nichts mehr mitbekommt und es nicht einmal mehr richtig schneit. Die Westschweizerin Ursula Meier hat mit ihrem genau beobachtenden, klug abwägenden ‚Winterdieb‘ einen Heimatfilm der etwas anderen Art gedreht. Ihre Arbeit ist eine feine, präzise inszenierte Analyse unserer Gegenwart, in der das Geld alles bestimmt.“ ( Info beim BR)
Film mit Léa Seydoux, Kacey Mottet Klein, Martin Compston…
Regie: Ursula Meier;

Winterreise (2007)

Neuer Film vom Hierankl-Regisseur (…)
Regie: Hans Steinbichler, Steinbichler-Interview (Stern), offizielle Filmseite, Info @ Wikipedia, Youtube: Trailer


Links, Bücher