Gedanken zu: Amon Barth – Einfach loslassen

Amon Barth hat an der Filmakademie Baden-Württemberg seinen Diplom-Film vorgelegt, der im Oktober 2017 beim Südwestrundfunk ausgestrahlt wurde. Doch der Titel “Einfach loslassen – Weniger besitzen als Lebensentwurf” ist vielleicht ein wenig irreführend, denn es geht um viel mehr als nur die Anzahl materieller Dinge, mit denen man sich umgibt.

Ausgangspunkt ist vor allem die Gefühlswelt des Regisseurs, der viele Dinge in Wohnung und Keller gehortet hat, aber auch viel innerlichen Ballast mit sich herumschleppt. Wenn er davon erzählt, wie er als Kind fast jede Woche neue Spielzeugautos bekam, oder auch von Frustkäufen berichtet, dann kann ich das sehr gut nachvollziehen: auch meine Kindheit war materiell mehr Haben als Sein. Mag sein, daß es daran liegt, daß man als Kind der späten Sechziger in eine Zeit hineinwuchs, in der die Eltern sich beruflich etabliert hatten und die gesamte Gesellschaft vom Wirtschaftswunder prosperierte. Ich habe dieses “Viel-Besitzen” nie in Frage gestellt. Erst als ich mit einer Freundin auf dem elterlichen Speicher war und sie die Kisten voller Playmobil und Lego sah – und dabei zu weinen begann, weil sie nie soviel wie ich als Einzelkind gehabt hatte, da begann ich, meine Lebenswelt in Frage zu stellen.  Gedanken zu: Amon Barth – Einfach loslassen weiterlesen

Doku: Sanatorium Europa

Die Lebensreform hat derzeit eine höhere Präsenz in den Medien als üblich. Das kommt zum einen durch den gestern vorgestellten (und bei Arte ausgestrahlten) Film Sanatorium Europa, zum anderen durch die Neuerscheinung der FKK-Bildbandes Nackedeis 2.

Auch der Spiegel widmet der Doku nun einen Artikel, in dem v.a. auf Hermann Hesse und Thomas Mann eingegangen wird. Das Literaturhaus Rostock bietet übrigens eine Liste mit weiterführender Literatur zur Doku als PDF-Datei.
Ich habe die Doku selbst noch nicht gesehen, werde wohl auch erst nach meinem Urlaub (nächste Woche geht es wieder auf den Jakobsweg) dazu kommen.

Die Ostthüringer Zeitung bewirbt kurz das Buch Nackedei 2.

Video “Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus” | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

Quelle: Video “Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus” | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

Wunder der Lebenskraft

Vor längerer Zeit wurde ich auf das Filmprojekt “Wunder der Lebenskraft” aufmerksam. Der Filmemacher (Stephan Petrowitsch) geht dem Phänomen der Lebenskraft nach, die z.B. als Chi oder Kundalini benannt wird. Sie sei das Medium der Heiler und Schamanen rund um die Welt. Stärkt man die Lebenskraft, gehe es dem Menschen besser, ansonsten wird er schwächer.

Dieser Film wurde bislang in ausgewählten Kinos gezeigt, ist nun aber auch als DVD zu erwerben (Standard-Version, Bonusmaterial, Soundtrack…) unter DVD-Wissen.com.
Vorschaufilmchen (Trailer) gibt es hier.

Als die Nackten an die Ostsee kamen (TV)

In der Reihe “Unsere Geschichte” sendete der NDR am 10.8.11 eine 45minütige Dokumentation über – hauptsächlich – die FKK-Bewegung in der DDR an der Ostsee, allerdings mit kleinen Abstechern zum Motzener See und zum “West-FKK”, das ein wenig blaß und “vereinstümelnd” dargestellt wurde. Der Film lebte v.a. von den plastischen Schilderungen der heute schon etwas älteren Herren, die seinerzeit Prerow unsicher gemacht haben, und natürlich dem 8mm-Filmmaterial.

Prerow, der FKK-Zeltplatz in den Dünen auf dem Darß, wurde besonders erwähnt. Aus den Beschreibungen ergab sich das Bild eines unpolitischen Badelebens v.a. jüngerer Leute: der FKK-Zelturlaub an der Ostsee sei wie das Leben in einer “Kommune” gewesen. Gegen Spanner ging man vehement vor, entriß ihnen die Filme, allerdings filmte man sich selbst, was offenbar toleriert wurde. Sexualität sei öffentlich kein Thema gewesen, was jedoch abends in den Dünen passierte, sei Privatsache gewesen. Ein Protagonist meint, viele Ehen seien Folge eines Kennenlernens am Ostseestrand; ebenso seien viele Kinder in Prerow gezeugt worden.

West-FKK kommt leider nur in Aufnahmen von einem geschlossenen Gelände fern des Meeres vor. Man sieht v.a. ältere Menschen, es wird auf den Nachwuchsmangel hingewiesen. In der direkten Gegenüberstellung wirkt das ein wenig einseitig (so ein wenig “DDR-zwangsnostalgisch”), obgleich ich glaube, daß das von den Machern, Matthias Vogler und Gudrun Brigitta Nöh, nicht unbedingt so beabsichtigt war. Denn daß FKK auch im Osten nicht mehr die Anhängerschaft wie vor 30-40 Jahren hat, ist Fakt.

Unter den seltenen FKK-Dokus im Fernsehen ist dies eine der besseren.

Wege zu Kraft und Schönheit (Film)

1925 kam der UFA-Film “Wege zu Kraft und Schönheit” von Wilhelm Prager in die Kinos. Kraft und Schönheit, zwei programmatische Begriffe für die ersten Dekaden des letzten Jahrhunderts. Wege zu Kraft und Schönheit (Film) weiterlesen