Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive

Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive.

Das Linzer Radio FRO (Österreich) hat sich im Monat Februar 11 mit dem Thema Nacktheit befaßt. Der Abschluß-Podcast geht auf den Themenkomplex Freikörperkultur, Naturismus, Nudismus ein. Es werden gesellschaftliche, auch historische Sonderbereiche wie der “Nacktivismus”, d.h. die Ausweitung des Nacktseins auf alle öffentlichen Räume, der Umgang des Islams mit dem Thema oder die “Wiener Nackerten” (kurz) angesprochen.

Auch wenn die beiden Moderatoren ihren Text nicht sonderlich ansprechend ablesen (da wird z.B. Arenshoop zu Aren-Schoop), ist der Informationswert der ungefähr einstündigen Sendung doch recht hoch.

FKK in der DDR (Buch)

buch21Das “Sommer Sonne Nackedeis” untertitelte Buch aus dem Eulenspiegel-Verlag (Berlin, 2. A., 2008) will ein Porträt der Freikörperkultur in der ehemaligen DDR geben. Dazu hatte der Herausgeber Thomas Kupfermann auch in der BILD-Zeitung einen Aufruf geschaltet, FKK-Bilder aus der Zeit des Bestehens der DDR für das Buch zur Verfügung zu stellen. Es besteht, wie zu erwarten, aus einer Unmenge von Fotos, die v.a. das Strandleben dokumentieren; die meisten davon sind in schwarzweiß. Die eingestreuten, kurzen Texte thematisieren u.a. das ursprüngliche FKK-Verbot von 1954, das bereits 1956 in der ‘Anordnung zur Regelung des Freibadewesens’ aufgehoben wurde. Weiterhin wird der Zingster Maler Kurt Klamann kurz vorgestellt (Bilder auf zwei Doppelseiten); interessant ist auch die “Mini-Studie” zur FKK von 1966.

Ein solches Buch kommt (zwangsläufig?) nicht ohne ein bißchen “Ostalgie” aus, so nach dem Motto: Früher war alles besser, wir haben uns – trotz ‘real existierendem Sozialismus’ (oder gerade deswegen?) – gut eingerichtet, die prüden Wessis haben uns die FKK versaut. So auch Mathias Wedel in seinem süffisanten Beitrag ‘Das Telegramm’: “Denn was richtige Freiheit ist, das haben wir erst nach der Befreiung von der sozialistischen Urlaubsdiktatur erfahren: 14 Tage Hotelanlage in Tunesien ist fast wie Moabit, nur wärmer und mit Pool.”

Das 160 Seiten umfassende Buch ist ansprechend gestaltet und bietet eine kurzweilige Einführung in das nackte Badeleben im “zweiten deutschen Staat”.
Und nicht vergessen: “Auch die Dauerwelle hielt – dank VEB Chemie, Berlin.”

Jung & Frei & Indiziert

Wieder einmal, so scheint es, werden auf Ebay indizierte Medien angeboten – und in der Diskussion beschweren sich Ebayer, daß auf ihre Meldungen hin die Auktionen offenbar weiterlaufen, ohne daß Ebay eingreift. (Heute morgen waren die beanstandeten Auktionen beendet, es gibt aber etliche gleichwertige … auf Ebay!)

Es handelt sich um Ausgaben des Heftes Jung & Frei, das zum einen indiziert ist, zum anderen in der Diksussion als “FKK-Heft” bezeichnet wird. Ist dem denn so? Die Wikipedia beleuchtet den Hintergrund, in Kürze: in den Heften, die von 1987 bis 1997 in Deutschland vertrieben wurden, gab es ausschließlich Fotos nackter Kinder und Jugendlicher, wobei die Bilder oft die Genitalien fokussierten und auch der Kamerawinkel in diesem Sinne ‘mithalf’. Interessant der – unbelegte – Hinweis dort, daß die Zeitschrift in “keinem Bezug” zur Fkk-Bewegung stand.
Anders sieht das offenbar Michi auf seinen FKK-Seiten, der die Zeitschrift eher neutral vorstellt und darauf hinweist, daß sie sich über die Jahre hinweg zu “einem recht informativen FKK-Magazin” entwickelt habe (Reiseberichte, ‘Spielvorschläge’ *hüstel* (die möchte ich mal lesen …)). Auch der Hinweis auf das “naturistische Leben Osteuropas” ist mehr als vage, v.a. wenn man sich vergegenwärtigt, daß ein Großteil der im Netz frei verfügbaren Pornographie aus Rußland stammt. Da drängt sich förmlich der Gedanke auf, daß man Kinder eben dort nackt und eindeutig fotographieren kann, wo sich (noch) keiner daran stört (solange Geld im Spiel ist). Auch eine Form der Ausbeutung (des Mißbrauchs?) … Ich habe diese Diskussion auf Ebay aufgegriffen, weil ich es zum einen wichtig finde, daß das Wissen um diese indizierte Zeitschrift Verbreitung findet, aber auch, weil ich noch einmal deutlich machen möchte, daß zur Schau gestellte Genitalien – egal ob von Kindern oder Erwachsenen – mit Freikörperkultur nichts zu tun haben.

Nachtrag 2016:
Im alten Blog gab es einen kritischen Kommentar zum obigen Text. Der Autor wies darauf hin, daß der Wikipedia-Artikel tendenziös sei und sowohl Jung & Frei als auch die Schwesterzeitschrift “Sonnenfreunde Sonderhefte” jahrelang bzw. gar Jahrzehnte frei verkäuflich waren, also nicht “unter dem Ladentisch” gehandelt worden seien. Indizierungsanträge seien mehrfach gescheitert, weil man die Hefte nicht als pornographisch einstufen wollte, bis dann ein Antrag letztlich Erfolg hatte.
Das Argument mit der Fixierung der Genitalien könne entkräftet werden: Die Personen (Kinder) seien in voller Größe abgebildet worden, so daß sich ein Mittelpunkt auf Höhe des Bauchnabels ergebe. Der (größere) Fotograf habe eben nicht “von oben herab” fotografiert.
Zudem seien die meisten der Bilder in der Anlage Cap D’Agde in Südfrankreich entstanden, eben nicht in Rußland.
Der Autor gab an, Zielgruppe der Hefte sei der “Fkk-Nachwuchs” gewesen. Pädophile Personen hätten sich “damals” noch ganz andere Sachen kaufen können.

Der Autor empfiehlt, sich die Hefte in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt selbst anzuschauen, sich selbst ein Bild zu machen.

Naturismus (FKK) und Erotik

[Vorbemerkung, nachträglich eingefügt: Nudismus meint Nacktheit um ihrer selbst willen; Freikörperkultur ist Nudismus mit einem Gemeinschaftsaspekt; Naturismus ist Nacktheit im Verbund mit lebensreformerischen Überzeugungen. Ich spreche hier von Freikörperkultur, meine jedoch im Grunde: Naturismus.]

barfussEin Beitrag im Blog ‘Nackte Freiheit’ (zwischenzeitlich gelöscht) hat mich an die Beendigung dieses begonnenen Textes erinnert. Der besagte Beitrag befaßt sich “eigentlich” nur mit dem Barfußlaufen, jedoch ist das eingefügte Bild (s. rechts) entweder schlecht gewählt oder bewußt plaziert. Es zeigt u.a. auch einen Fuß, aber darauf schaut man(n) natürlich bei der Pose nicht.

Um was geht es bei der Freikörperkultur, wo bleibt die Erotik? Ich habe mir Gedanken gemacht und möchte sie teilen – mit dem bewußten Hinweis, daß es sich ausschließlich um meine nicht verallgemeinerbaren Ansichten handelt. Naturismus (FKK) und Erotik weiterlesen

Baden in der Pommerschen Bucht

Die Welt mit einem Artikel über die Strände an der Pommerschen Bucht, wo sich heute Polen und Deutsche grenzübergreifend an der Ostsee erfreuen: Polnischer Bikini trifft deutsche Badekappe

Es sei besonders auf die Bilderserie (20 Bilder) hingewiesen, die die unterschiedlichen Epochen des Nacktbadens an der Ostsee aufgreift (mit dem Seitenhieb auf die ‘prüden Wessis’ wegen derer ausgeschilderte (!) Textilstrände eingerichtet werden mußten).