Buch: Monte Verità (Stefan Bollmann)

Es gibt ein neues Buch über den Berg der Wahrheit, im Oktober ist es bei der Deutschen Verlagsanstalt erschienen. Laut Beschreibung auf Amazon erzählt der Autor, Stefan Bollmann, “auf der Basis neuer Quellen die Geschichten hinter den Legenden”. Es sei ein “mitreißendes Panorama der Gegenkultur, ein Fest des Lebens wie des Erzählens”. Das klingt gut, allerdings scheinen die bisherigen vier Rezensenten auf Amazon das nicht so zu teilen. Zwei davon werfen dem Autor vor, zu oberflächlich und unstrukturiert zu schreiben, quasi “fleischlose Kost” im übertragenen Sinne zu liefern. Eine Rezensentin verweist darauf, daß Mühsams “Ascona” sowie Landmanns Buch die bessere, weil besser geschriebene Wahl seien. Möglicherweise ist das auch ein typisches Merkmal des Autors, das ich in Ermangelung eigener Lektüre von ihm nicht beurteilen kann. Sein Buch über Goethe wird auf der Verlagsseite auch als “charmante wie leichtfüßige Besichtigung von Goethes Leben” bezeichnet. Vom Titel her auf eine ähnliche Bearbeitung des Themas läßt z.B. auch das Buch “Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug” schließen.

Die taz berichtete gestern über das Buch. Dort wird hervorgehoben, daß Bollmann die Biographien der Eigentümer / Besucher gut herausarbeitet. Lediglich die Vergleiche zu späteren Subkulturen blieben etwas blutleer bzw. plakativ.

Sich frei machen, um frei zu leben

Der Tagesspiegel mit einem guten Artikel zur Geschichte der Lebensreform.

Ihren Anführer verspottete man als Kohlrabijünger und Barfußprophet: Auf dem Monte Verità begann um 1900 die Lebensreformbewegung. Heute feiern ihre Ideen eine Renaissance.

Quelle: Sich frei machen, um frei zu leben

Die Brüste der Wahrheit

Die Original-Ausstellung “Le mammelle della Verità” von Harald Szeemann, die von 1981 bis 2009 auf dem Berg der Wahrheit, dem Monte Verità zu sehen war, wird ab dem 20.5.2017 wieder zu sehen sein und zwar in der komplett renovierten Casa Anatta auf dem Verità, das berichtet die Luzerner Zeitung.

Zitat aus dem Artikel:

“Die Ausstellung Szeemanns nimmt den Besucher mit in den Kosmos des Monte Verità: Fotografien, handschriftliche Aufzeichnungen, Kunstwerke und Kleidungsstücke erzählen von der Pionierzeit der Künstlerkolonie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anthroposophen, Vegetarier, Anhänger der Freikörperkultur sind ebenso zu sehen wie die Hautevolée der 1920er Jahre aber auch politische Anarchisten und Aussteiger.”

Nachtrag: Dazu auch die Aargauer Zeitung.

Monte Verità – Aussteigerkolonie

Corina Kolbe im Spiegel mit einer recht gelungenen Kurzvorstellung dessen, was man mit dem Monte Verità verbindet.

Orte der Utopie (Eventi letterari)

Das Literaturfestival Eventi letterari geht im Jahr 2017 in die nächste Runde auf dem Monte Verità (6.-9. April). Das diesjährige Thema lautet: Orte der Utopie. Mehr Infos, auch zu den Gästen, findet sich auf http://eventiletterari.swiss/de/eventiletterari/home.html, einem Beitrag bei Buchmarkt sowie der Neuen Zürcher Zeitung.

Urlaubsnachlese

Hermann Hesse als Romanfigur
2016-10-24-08-51-55Die Münchner Abendzeitung über die Romane “Immer nach Hause” (Lang) und “Das Sonnenfest” (Prange) – der Monte Verità dabei als “Haupt- und Nebenschauplatz”.

Wenn Dichter baden gehen
Die Schwäbische über Dichter, Meer, Badefreuden, Inspiration

Nacktheit als Ausdruck grenzenloser Freiheit
Die Rheinische Post über Nacktheit in Verbindung mit Nichtstun / Abschalten, aber auch in der Interpretation als Schutzlosigkeit, als Negation der Selbstdarstellung durch Modekleidung.

Touristisch, touristischer, Ascona
Die Tageswoche über die “Hochburg gut situierter Deutschschweizer”, über die Wahl zwischen kostenlosem Bad und solchem mit Eintritt und überhaupt die Veränderungen, die der Ort – letztlich auch durch die Bekanntheit des Monte Verità – durchgemacht hat.

Lebensreform auf dem Zürichberg
Der Google Alert “Lebensreform” verweist auf ein vermutlich neues Projekt, obgleich die Webseite jetzt nicht angezeigt werden kann. Es geht um den Zürichberg als “Ort der Lebensreform”.

Meine erste FKK-Erfahrung war nicht sehr anziehend
Nicht meine Zeitungswelt – und im Grunde nicht empfehlenswert der Artikel. Wenn ich schon die Kategorisierung “Bereich: Erotik, Themen: FKK” lese, würgt es mich. Das Abschlußzitat des Textes: “Ich mag es aber auch nicht, wenn andere Männer auf die nackten Brüste und den entblößten Intimbereich meiner Partnerin starren.”
Kurz und gut: der Autor hätte besser den Schnabel gehalten, als so einen Unfug zu posten.

Sylt: Buhne 16 unter Top Ten der FKK-Strände
… das schreibt die Sylter Rundschau unter Berufung auf das Reiseportal Lastminute.de. Das sei ein “kultiger und medial geprägter Sehnsuchtsort für deutsche Urlauber”.

Das Sonnenfest (Roman)

2016-10-24-08-51-44Zum Literaturfestival Eventi letterari auf dem Monte Verità gab es im Deutschlandfunk einen Beitrag: Monte Verità, Literatur und Legenden, Oliver Prange im Gespräch mit Hajo Steinert (Audio abrufbar bis ca. Nov. 16)

Durch den Beitrag wurde ich auf den Roman Das Sonnenfest von Oliver Prange aufmerksam, der die “wahren Begebenheiten” auf dem Monte Verità schildert. Das Buch ist ab jetzt lieferbar – mein Exemplar liegt schon lesebereit neben mir. 🙂

Eventi letterari

Literaturfestival Eventi letterari Monte Verità vom 14.-17. April 2016, zum vierten Mal, in Ascona. Thema dieses Jahr: Utopie und Liebe / Utopia e amore – hier die offizielle Webseite

 

Der lange Sommer der Theorie (Buch)

 

Kurzbesprechung des Buches von Philipp Felsch: Der lange Sommer der Theorie, in dem es auch um Szeemanns Monte-Verità-Ausstellung geht. Dazu gibt es auf der Webseite des SRF einen siebeneinhalbminütigen Film über den Monte Verità (mit einem (für mich) schwer verständlichen Szeemann-Interview).