Nacktheit – ein ästhetisches Problem?

In der Neuen Zürcher Zeitung fand sich ein Artikel von Barbara Höfler über “Die nackte Wahrheit”. Anlaß war der Weltnaturistentag (5.6.16), von Höfler als Weltnaturalistentag bezeichnet. Einleitend fragt die Autorin, warum Nudisten derzeit ein “Imageproblem” hätten, wobei sie die Begriffe Spott und Verachtung als zwei Pole des Umgangs mit Nackten anführt.
Aufmacher des Artikels ist ein Zwischenfall in den Bergen, wo zwei Jäger einen Nacktwanderer u.a. beim Onanieren fotografiert hatten. Frau Höfler leitet ab, daß Nacktwandern trotz der Bemühungen der Naturistenföderation INF nicht “vom Fleck” komme.
Aber das ist möglicherweise auch nur ihre eigene Sichtweise, denn wenn sie bei völliger Nacktheit von “Überbetonung offen präsentierter Geschlechtsteile” spricht, mag da auch ein grundsätzliches Verständnisproblem vorliegen. Nacktheit – ein ästhetisches Problem? weiterlesen

Nacktwandern

… ist nicht “mein Ding”, aber ich hatte bereits im alten Blog dazu kurz etwas geschrieben, weil es zum hier abgedeckten Themenbereich gehört. Seinerzeit ging es um die Eröffnung des ersten offiziellen Nacktwanderwegs in Deutschland, dem “Harzer Naturistensteig” (Mai 2010), der über 18km von Wippra nach Dankerode führt. Ein Hinweisschild am Anfang warnt bekleidete Wanderer: “Willst du keine Nackten sehen, darfst hier nicht weitergehen.”

2012 folgte in Niedersachsen der Naturistensteig Undeloh bzw. Naturistenweg Lüneburger Heide, der 16km durch die Lüneburger Heide führt. Die Nacktwanderer dürfen den ausgeschilderten Weg nicht verlassen, allerdings führt der Weg über ca. 1km gemeinsam mit normalen Wanderwegen, so daß Bekleidete auf Unbekleidete treffen können.
Mehr hat sich aber bislang nicht getan, so daß das BerlinJournal nun die Diskussion um den dritten Weg, der im Süden Berlin eröffnet werden sollte. “Sollte”, weil man aus “Angst vor den Nackten”, so die Zeitung, nicht weitergekommen sei.
Geplant war der Nacktwanderweg Trebbin, der vom Trebbiner Ortsteil Kliestow aus zum Fluß Nuthe, an diesem entlang und wieder im Bogen zurück nach Trebbin führen sollte.

Im vergangenen Jahr zeigte der MDR die Doku “Der Nackte Wahnsinn – FKK zwischen Kultur und Kommerz”, aus meiner Sicht nicht unbedingt eine der besseren Dokus. Darin kommen Einwohnter zu Wort, die sich vehement gegen den Trebbiner Wanderweg aussprechen – und der Vorwurf, die Wanderer seien “Exhibitionisten” bleibt von den Filmemachern unwidersprochen. Beim BerlinJournal kann man das genauer nachlesen – auf jeden Fall kippte nach Ausstrahlung der Doku die eigentlich positive Stimmung.
Nach wie vor ist die Idee nicht tot, selbst der CDU-Bürgermeister steht ihr wohlwollend gegenüber. Bis auf weiteres veranstaltet einer der Befürworter des Weges, Ulfert Hanschur, spezielle, bei der Polizei angemeldete Einzelwanderungen.  Zu ihm kann man noch etwas in der Berliner Zeitung lesen. Wer nach Hanschur auf Google sucht, findet zudem etliche zusätzliche Artikel zum bislang nicht zustandegekommenen Nacktwanderweg Trebbin.

Naturismus (FKK) und Erotik

[Vorbemerkung, nachträglich eingefügt: Nudismus meint Nacktheit um ihrer selbst willen; Freikörperkultur ist Nudismus mit einem Gemeinschaftsaspekt; Naturismus ist Nacktheit im Verbund mit lebensreformerischen Überzeugungen. Ich spreche hier von Freikörperkultur, meine jedoch im Grunde: Naturismus.]

barfussEin Beitrag im Blog ‘Nackte Freiheit’ (zwischenzeitlich gelöscht) hat mich an die Beendigung dieses begonnenen Textes erinnert. Der besagte Beitrag befaßt sich “eigentlich” nur mit dem Barfußlaufen, jedoch ist das eingefügte Bild (s. rechts) entweder schlecht gewählt oder bewußt plaziert. Es zeigt u.a. auch einen Fuß, aber darauf schaut man(n) natürlich bei der Pose nicht.

Um was geht es bei der Freikörperkultur, wo bleibt die Erotik? Ich habe mir Gedanken gemacht und möchte sie teilen – mit dem bewußten Hinweis, daß es sich ausschließlich um meine nicht verallgemeinerbaren Ansichten handelt. Naturismus (FKK) und Erotik weiterlesen