Gerhard Riebicke: Photographien

riebicke1Man gönnt sich ja sonst nichts … 🙂
Bücher zur Lebensreform bzw. aus dieser Zeit haben z.T. eklatante Preise – wenn man sie denn überhaupt noch beziehen kann. Aufgrund der Beliebtheit von ZVAB, Booklooker und Co. ist der „Markt“ für antiquarische Bücher so gut wie leergekauft. Das fällt mir ganz besonders auf, wenn ich die heutige Situation mit der von Ende der 90er Jahre vergleiche.

Seinerzeit besaß ich bereits ein paar „Schätzchen“, z.B. Weidemanns „Deutsches Baden“, aber auch die „Photographien“ von Gerhard Riebicke. Ich verkaufte diese Bücher zu einem guten Preis, weil ich das Geld damals brauchte. Das „Deutsche Baden“ ist mittlerweile so selten, daß man es gelegentlich für 500€ angeboten bekommt. Gerhard Riebicke: Photographien weiterlesen

Gerhard Riebicke

buch024Wie kaum ein anderer Name ist der Riebickes mit der Freikörperkultur verbunden. Auf der Seite von Amadelio.de („Wir haben hier eine kleine unabhängige Ecke in dem schönen, weiten Web gegründet, wo der Geist von der Leine gelassen wird und die Meinungen unabhängig sind.“) gibt es ein Videointerview der Seitenbetreiberin, Daniela Krien, mit Bodo Niemann, Galerist / Publizist, der auch eine Riebicke-Retrospektive in Buchform herausgegeben hat.

Sehr schön darin der Satz, daß die „heutige Nichtwahrnehmung“ von Riebickes Bildern dafür spreche, daß der lebensreformerische Menschentypus, der die Naturverbundenheit des urbanen Menschen wiederherstellen möchte, ausgestorben sei. So auch Niemann in seinen hörenswerten Ausführungen: das heutige Nacktbaden sei das Gegenteil von Körperbefreiung, da es ihm an einem gedanklichen Überbau fehle. Nacktbaden heute sei Körperinszenierung und ein hedonistisches Phänomen.