Vom Kaffee- zum Teetrinker

Ich schrieb hier vor ziemlich genau einem Jahr über eine Kontrolluntersuchung bei meiner Hausärztin, bei der neben grenzwertigen Cholesterinwerten auch ein etwas zu hoher Blutdruck (speziell unter Belastung) festgestellt wurde.  Da ich seit Anfang 2017 Kaffee in Unmengen vertilgt hatte, stellte ich das Kaffeetrinken komplett ein.

Erst ein, zwei Monate später erlaubte ich mir wieder ab und an eine Tasse Kaffee, insbesondere wenn ich mich (regelmäßig) mit einer Klientin in einer Kaffeerösterei traf. Ich trinke heute 3-4 kleine Tassen Kaffee pro Monat, mehr nicht. Und das ist dann wirklich “Genuß” statt Konsum.
Nebenbei habe ich im September 2017 den Verzehr von Butter eingestellt und bin zu Margarine gewechselt, dem Testsieger Deli Reform (Stiftung Warentest: Platz 1, Öko-Test: eine der drei Siegermargarinen).

Den Kaffee habe ich durch Tee ersetzt. Warum? Weil gerade grüner Tee und Hibiscus-Tee im Ruf stehen, den Blutdruck senken zu können. Man kann das hier z.B. nachlesen:
Tee gegen Bluthochdruck, Dts. Herzstiftung – Grüner Tee, Wikipedia – Mediz. Wirkungen – kritisch hingegen dieser Artikel, der aussagt, daß grüner Tee blutdrucksenkende Mittel hemme.
Interessant dazu auch das Buch “Krebs mag keinen Tee”, hier eine Leseprobe als PDF.

Als dritter Punkt der Korrektur (neben Tee und Margarine) kommt seit diesem Monat regelmäßige Meditation hinzu, wozu sich hier beginnend mehr findet. Und natürlich (4. Punkt) weiterhin Fitness-Training im Studio.

Ich möchte – das als eigentliches Motiv für diesen Artikel – hier nun kurz vorstellen, welche Tees sich bei mir in diesem letzten Jahr “eingefunden” haben. Dabei gehe ich von links nach rechts in folgendem Bild vor:

Meine vier aktuellen Tees

Da wäre zunächst der Hibiskus-Tee in der dunkelgrünen Verpackung. Er wird von der Firma El Puente (“Partnerschaftlicher Welthandel”) fair aus Burkina Faso gehandelt. Der kontrolliert biologische Anbau in BF ist ausschließlich Frauensache. El Puente finanziert die Lieferungen vor mit dem Ziel, Kleinbetriebe und Genossenschaften in Entwicklungsländern zu fördern. Nebenbei: Der Online-Shop von El Puente lohnt auf jeden Fall einen kurzen (oder längeren) Blick.

Dann haben wir den Sencha-Tee von Azafran. Jenseits der Angabe Sencha (markanter, frischer Geschmack) und der Herkunft aus der Region Kyushu in Japan finden sich auf der Packung keine weiteren Angaben (außer den Hinweisen auf kontrolliert biologischen Anbau). Das ist etwas schade, weil sich je nach Anbaugebiet, Teeart und Erntezeit sehr unterschiedliche Tees ergeben. So hat z.B. die früheste Ernte (April / Südjapan) einen hohen Vitamingehalt und ein süßliches Aroma (Wikipedia). Die Region Kyushu (Süden) wird insofern empfohlen, als sie weit ab vom Katastrophengebiet Fukushima liegt und der Tee vermutlich nicht radioaktiv belastet ist.
Wie komplex das Thema Grüner Tee ist, kann man sich auf GruenerTee.com durchlesen. Sencha ist dabei die Sorte, die man mittags trinkt; Bancha z.B. trinkt man abends.
Mein Sencha-Tee schmeckt leicht herb, ist aber gegenüber früheren “Versuchen” mit grünem Tee eher mild und sehr angenehm zu trinken.

Weiter geht es mit Kräutertraum, einer Kräuterteemischung aus dem Hause Lebensbaum. Ich habe vor Ostern zehn Tage lang ausschließlich Kräutertee getrunken (warum – s. den oben schon erwähnten Artikel in der Mache) und dann den Wunsch gehabt, neben den etwas exotischeren Tees auch einen bodenständigen Kräutertee zu haben. Kräutertraum hat den Vorteil, daß er von Öko-Test (Jahrbuch für 2016) als einer der wenigen weitgehend unbelasteten Tees mit “sehr gut” getestet worden ist. Öko-Test hatte hier speziell nach Pyrrolizidinalkaloiden gesucht, vor denen das Bundesinstitut für Risikobewertung 2013 gerade in Tees gewarnt hatte. Den Test kann man online für 1,50€ kaufen. Es ist interessant, wieviele “bekannte Namen” im Bereich Tees hier mit mangelhaft oder ungenügend abschnitten.
Kräutertraum enthält 8 Bestandteile aus ökologischem Anbau: Fenchel, Melisse, Pfefferminze, Kamille, Süßholz, Zitronengras, Thymian und Kornblume. Die Herkunft ist nicht genauer bezeichnet: es heißt auf der Packung lediglich “aus den Kräutergärten der Welt” bzw. EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft. Immerhin gibt Lebensbaum die Garantie, daß die Kräuter ohne Gentechnik, ohne Aromazusätze, klimafreundlich produziert und fair gehandelt werden.
Der Tee ist wirklich ein Traum – ein äußerste gelungene Mischung, bei der man je nach eigener Stimmung, finde ich, andere Bestandteile herausriecht oder -schmeckt. Tendenziell dominiert die Kamille den Gesamteindruck etwas.

Bleibt der letzte Tee, wieder ein grüner, diesmal aus China: Morgentau von der Firma Ronnefeldt. Diesen Tee habe ich in einem Kölner Hotel 2017 das erste Mal zum Frühstück getrunken, als ich dort zum Konzert von Deva Premal / Miten / Manose war. Der Tee ist mit Mango-Zitrusgeschmack aromatisiert, konkret steht bei den Angaben: Sonnenblumen-, Rosen-, Kornblumenblüten, aber auch einfach nur “Aromen”. Grundlage bildet großblättriger Sencha aus China, eine Sommerernte, die nach japanischer Art hergestellt wird. Das heißt wohl – ich bin kein Experte -, daß der Rohtee gedämpft wird, während er in China wohl geröstet wird. (Mehr dazu z.B. beim Tee-Salon.)
Der Vorteil dieser Mischung ist ganz klar, daß sie auch Menschen, die grünen Tee üblicherweise zu bitter und nach Heu schmeckend finden, eine sehr angenehme Variante geben. Der Tee schmeckt mild und sehr fruchtig, wobei das Mangoaroma dominiert.

Mein Lieblingstee von diesen vieren? Hmm… lange Zeit habe ich fast ausschließlich den Sencha von Azafran getrunken, aktuell ist jedoch der Kräutertraum mein klarer Favorit.

2 Gedanken zu „Vom Kaffee- zum Teetrinker“

  1. Hallo Volker,
    dein sehr interessanter Artikel trifft mich an einer wunden Stelle, denn ich bin leidenschaftlicher Kaffetrinker, der sich diese Leidenschaft schon oftmals abgewöhnen wollte, aber immer wieder dahin zurückkam.
    Im Januar 2017, nach einer sehr intensiven und stressigen Zeit (inklusive Panikattacken), wurde auch bei mir erhöhter Blutdruck festgestellt und ich stellte von heute auf morgen das Kaffeetrinken ein. Nach einem halben Jahr kam dann wieder die erste Tasse, dann zwei….usw.
    An Tee bin ich leider nie wirklich herangekommen, denn mir fehlte immer irgendwas. Da habe ich dann lieber Wasser getrunken. Das einzige was ging, war frischer Ingwer, doch nach der letzten Erkältungs- und Grippesaison, wo ich das literweise zu mir genommen habe, ging das auch nicht mehr.
    Vielleicht sollte ich das nochmal mit der ein oder anderen von dir hier vorgestellten Sorte versuchen…..kann ja nicht schaden
    Ach, und bevor ich es wieder vergesse: Vielen lieben Dank für die Vorstellung meines Blogs hier!!!
    Liebe Grüße!
    Stephan

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