Zikadennächte (Strittmatter)

Nun ist auch der Urlaub 2015 vorbei, wenn man davon absieht, daß ich bald für 5 Wochen in Spanien sein werde, was ich jedoch nicht so ganz als Urlaub definiere. Norwegen, Rügen – es war halt wieder kalt, auch wenn auf Rügen noch recht gutes Wetter herrschte. So gehen meine Gedanken immer wieder zurück zum Kroatienurlaub – und manch ein kurzes Wort ruft mir wieder Bilder, Düfte, Stimmungen in Erinnerung. So ging es mir bei Strittmatters Gedicht „Zikadennächte“.

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Zikadennächte. Man sollte sie
Auf einem Ton nachsingen.
Wie will man die Anti-Melodie
Der Zikaden in Worte zwingen?
Die Wärme der Steine. Der graue Geruch
Und das Flüstern der Gräser im Finstern.
Verkrüppelte Kiefern am Felsenabbruch.
Und hinter Wermut und Ginstern
Der südliche See, der da ist und schweigt,
Überschrillt von den Zikaden:
Ein irr gewordener Geiger geigt
Auf einem Silberfaden.

Eva Strittmatter

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